ARD Kultur: „Innovation ist uns sehr wichtig“
Im Oktober 2022 ging ARD Kultur an den Start. Programm-Geschäftsführer Kristian Costa-Zahn sprach mit uns über die stetige Entwicklung des digitalen ARD-Angebots, die bislang größten Erfolge und aktuelle Produktionen, darunter zwei Programmschwerpunkte zu Film und Serie sowie Kunst. […]
Wir haben inzwischen mehr als 80 Projekte veröffentlicht, und mit jedem Projekt, egal ob es ein Riesenhit war oder die Erwartungen weniger erfüllt hat, gibt es eine starke Lernkurve, so dass wir jetzt auf einer ganz anderen Datengrundlage sind, um Inhalte zu machen. Auch im Netzwerk-Bereich konnten wir Impulse setzen: Unser jährliches Netzwerktreffen zur Leipziger Buchmesse hat sich zu einem beliebten Branchentreff für Produzierende, Kreative und Medienprofis aus ganz Deutschland entwickelt. […]
Wir haben zwei Produktkategorien, Bewegtbild und Audio, und noch ein erfolgreiches Social-Media-Projekt. Im Bewegtbild hatten wir mit unseren Dokus über die Band Echt und über den Musiksender Viva einen Doppelerfolg. Wir waren mit beiden Projekten 2023 in den Top Ten der meistgeschauten Dokus in der Mediathek. Das war ein Game Changer und hat zu einer Veränderung des Briefings geführt. Beide Projekte verbindet, dass es klare, horizontal erzählte Geschichten sind, die noch nicht erzählt wurden und die eine gewisse Größe und Strahlkraft aufweisen. Das haben wir ins Briefing übernommen. […]
Mittlerweile haben wir auch auf Award-Ebene Erfolg, was immer eine zusätzliche inhaltliche Anerkennung ist. Für „Block Party – Peter Fox feiert mit Berlin“ (SWR, RBB, ARD Kultur, HR) hat Regisseur David Seberg gerade den Blauen Panther gewonnen. Wir waren mehrfach für den Grimme-Preis im Rennen. Und mit der „Viva Story“ waren wir für den Prix Europa nominiert. Die Jamel-Doku wurde kürzlich beim Festival „Goldenes Prag“ mit dem Sonderpreis der Havel-Stiftung für demokratiefördernde Projekte ausgezeichnet. […]
Wir sind bewusst als Teil eines Kurses, den die ARD gesamtheitlich geht, ins Leben gerufen worden. Wir sind ein Digitalisierungsbooster, indem wir durch unsere rein digitale Aufstellung die Mediathek und die Audiothek der ARD stärken. Wir richten uns gezielt an jüngere Zielgruppen, versorgen explizit die Zielgruppe der 20- bis 49-Jährigen mit Inhalten. In dem Zuge geht es auch um Kulturbereiche, die vorher keine so große Sichtbarkeit in der ARD hatten, weil sie für etwas ältere Zielgruppen weniger relevant waren. Wir haben beispielsweise dieses Jahr eine große Hip-Hop-Kampagne gemacht. […]
Auch in Zeiten wirtschaftlich schwieriger werdenden Rahmenbedingungen für die ARD bleibt unsere Ausstattung bisher konstant. Darüber freuen wir uns. Gemeinsam mit den Landesrundfunkanstalten bündeln wir innerhalb der ARD unsere Kräfte und können so weiterhin eine Vielzahl an Projekten auf die Straße bringen. Ein Anstieg des ARD-Kultur-Budgets bei zunehmenden Aufgaben ist allerdings nicht vorgesehen.
Hinweis: Im Telemedienkonzept von ARD Kultur heißt es: „ARD Kultur ist die digitale Heimat der Kulturinteressierten. Die Kernzielgruppe bilden vorrangig die 30- bis 50-Jährigen. Darüber hinaus spricht ARD Kultur die erweiterte Ziel gruppe der kulturaffinen Menschen ab 16 Jahren mit ihren unterschiedlichen Kulturinteressen an. Durch eine Ansprache von Communities of Interests sollen über die Kernzielgruppe hinaus eine hohe Bandbreite kultureller Interessen über Milieu- und Altersgrenzen hinweg abgedeckt werden. Damit sind Gruppen gemeint, die gemeinsame Kulturinteressen und Leidenschaften teilen, wie beispielsweise das Interesse an klassischer Musik, Rockmusik, Literatur, Architektur, Design u.ä.“ (S. 8)
https://www.mdr.de/mdr-rundfunkrat/aufgaben/telemedienkonzept-ard-kultur-100-downloadFile.pdf
