ZDF: Teile der Mitarbeiter-Versammlung geleaked
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Auch die Schlussredaktion hätte als Kontrollinstanz versagt. Versagt hat auch die Kommunikation. So wurde zunächst nur eingestanden, dass die Kennzeichnung als KI gefehlt habe. Tatsächlich sind beim ZDF aber KI-Bilder in Nachrichtensendungen generell nicht erlaubt. Es sei denn, sie sind selbst das Thema. Schausten bedauert das: „Die Tragweite des Themas wurde spät erkannt. Und es schien zunächst so, als sei es nur um einen technischen Fehler gegangen.“
In der Betriebsversammlung am Montag im Beisein von 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dürften die Wogen hochgegangen sein. So verteidigte US-Korrespondent Elmar Theveßen laut Nius-Protokoll seine Kollegin in New York: „Kein einziges Wort an den Beiträgen von Nicola war falsch.“ Das Ergebnis der ICE-Politik sei Angst: „Und ich finde es schade, wenn im Grunde das Geraune von ‚Nius‘ und anderen übernommen wird bei uns, wenn wir uns doch tatsächlich in unserer Berichterstattung in dieser Sache wirklich nichts vorzuwerfen haben, sondern die Realität abbilden.“ ZDF-Chefredakteurin Schausten hatte zuvor gesagt, dass es bei der Kritik nicht darum gehe, sich von den Rechten treiben zu lassen, sondern dass die Qualitätsstandards verbessert werden müssten. […]
Sie kritisiert aber die Kommunikation des Senders: „Das können wir uns so nicht noch mal erlauben.“ Das ZDF habe den Leuten nicht die Wahrheit gesagt, sagte Schausten. In einer ersten Reaktion hatte das ZDF behauptet, dass die KI-Kennzeichnung bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht funktioniert habe.
Hinweis: Die ZDF-Reporterin wird aus Washington abberufen. Für denjenigen, der die wahrheitswidrige Kommunikation mit der Öffentlichkeit verantwortet, gibt es bisher keine Konsequenzen.
