Journalismus in der Corona-Krise: Bitte keine Appelle!

Journalismus in der Corona-Krise: Bitte keine Appelle!

In den Medien scheint es momentan nur ein Thema zu geben: Die Corona-Krise. Diese Fokussierung ist verständlich. Doch einige Journalistinnen und Journalisten lassen in diesen Zeiten jede kritische Distanz vermissen, meint der Medienjournalist Christoph Sterz. …. Trotzdem macht mich als Journalist fassungslos, wie manche Kolleginnen und Kollegen aus der Rolle fallen. Wie sie sich darauf beschränken, einfach nur die Statements der führenden Politikerinnen und Politiker eins zu eins wiederzugeben – ohne Einordnung, ohne kritische Fragen, ohne ihr journalistisches Handwerk einzusetzen.

Die jeweils aktuelle Anordnung wird verkündet – und nicht weiter problematisiert. Dabei gibt es wirklich etliche Fragen. …. Was ich dagegen möchte – und was zum Glück auch jetzt schon an vielen Stellen zu finden ist: nüchterne Informationen, fachkundige Einordnung, das Stellen kritischer Fragen, auch mal das Artikulieren von Zweifeln – oder von dem, was wir bis jetzt einfach noch nicht wissen.

https://www.deutschlandfunk.de/journalismus-in-der-corona-krise-bitte-keine-appelle.2907.de.html?dram:article_id=473118

Mit Blick auf die Transparenz wäre es möglicherweise noch etwas besser, die Appelle mit der Information zu verknüpfen, dass niemand weiß, ob nicht übermorgen schon irgendwer in seinem NDR-Info-Podcast das genaue Gegenteil des bisherigen Ratschlags verordnet, weil die Informationslage sich plötzlich geändert hat, denn wenn das unvermittelt passiert, bleibt am Ende beim Publikum möglicherweise das Gefühl, dass man gar nichts mehr glauben kann, weil alles sich ohnehin ständig wieder neu ordnet. Und dann könnten Journalisten sich ihre Appelle auch einfach sparen.

Nur leider ist es im Moment eben genau so wie oben beschrieben. Man kann niemandem glauben. Man kann nur hoffen, dass die aktuellen Informationen in Kombination mit dem vorhandenen Wissen die richtigen Schlüsse zulassen.

https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-1422.html

Corona-Journalismus: Kritiker oder Propagandisten in der Krise

Inwieweit gelingt es in der medialen Berichterstattung bei einem Pandemie-Fall, den maximalen Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten ohne dabei Panik und Hysterie zu verbreiten? Sind da Meldungen über jeden Infizierungsfall in Krankenhäusern meiner Umgebung hilfreich? Verängstigen Fotos von Menschen unter Vollschutz oder stärken sie die Sensibilität für das Thema? Sind Berichte über leergekaufte Apotheken sinnvoll? – Wie hat sich der Krisenjournalismus seit der ersten Corona-Ausgabe des Medienmagazins Anfang Februar verändert?

https://www.wwwagner.tv/?p=46058

Journalismus in der Corona-Krise: Corona und die schwer erträgliche Vorläufigkeit unseres Wissens

In der zwölften Ausgabe des NDR-Podcasts des Turbo-Virologen Christian Drosten gab es einen erinnerungswürdigen Moment: als er seine Meinung über die Schließung der Schulen revidierte. Hatte er die Folge zuvor noch dagegen argumentiert, erklärte er nun, er habe sich geirrt. Nach der neuen Informationslage sei es nun besser, die SchülerInnen zu Hause zu lassen.

Eine Fehleinschätzung so transparent einzugestehen, ja, der eigentlich selbstverständliche Umstand, auf Grundlage neuer Informationen die eigene Meinung zu ändern, war bemerkenswert, weil es in der Öffentlichkeit so selten vorkommt. Vor allem, wenn jemand als Experte besetzt wurde und in einer Zeit von andauernden Bewertungen eines virus in progress absolute Gewissheiten bieten soll – zumindest in der oft verkürzenden Dramaturgie der Informationsgesellschaft und Aufmerksamkeitsökonomie.

https://uebermedien.de/47594/corona-und-die-schwer-ertraegliche-vorlaeufigkeit-unseres-wissens/

Journalismus in der Corona-Krise: Ausnahmezustand, Irreführung und mediale Gleichschaltung

Die Coronakrise legt das öffentliche Leben lahm. Dabei ist die außerordentliche Gefährlichkeit des Virus weiterhin nicht belegt. Wichtige Daten fehlen, werden nicht erhoben oder nicht veröffentlicht. Die Medien agieren als Panikbeschleuniger und unkritische Sprecher der Behörden, während Freiheitsrechte drastisch beschränkt werden. Was geschieht hier? …

Für die aktuelle Krise existieren verschiedene Erklärungsmodelle, die unterschiedlich plausibel sind, und die nach derzeitigem Stand weder eindeutig belegt noch widerlegt werden können. Diese Offenheit und Unbestimmtheit zu akzeptieren fällt manchem schwer. Doch erst daraus erwächst politische Freiheit. Stattdessen heißt es immer öfter: „Für Diskussionen haben wir jetzt keine Zeit“.

Dabei ist es nicht nur wünschenswert, sondern dringend geboten, die Indizien und Belege für und gegen die verschiedenen zirkulierenden Versionen in einer breiten öffentlichen Debatte ergebnisoffen zu diskutieren. Zur Zeit passiert gerade das Gegenteil.

https://multipolar-magazin.de/artikel/coronavirus-ausnahmezustand