Unionsplan sieht Fusion von ARD und ZDF vor
26.02.2021
Die Mittelstandsunion will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schrumpfen. Es soll nur noch einen Sender geben. Hat der Plan Aussicht auf Erfolg? Daran darf man zweifeln.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/was-hat-die-union-mit-ard-und-zdf-vor-17216303.html
Unionsplan sieht Fusion von ARD und ZDF vor
Die Mittelstandsvereinigung der Union legt ein weitgehendes Reformkonzept für die Öffentlich-Rechtlichen vor. Diese sollen weniger Unterhaltung anbieten – und grundsätzlich werbefrei sein. Der Rundfunkbeitrag soll sinken. Radikal mutet der Plan für die Senderstruktur an. (Paid)
Die »Welt« berichtet, dass sich unter anderem der Chef der MIT, Carsten Linnemann, der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU, Stefan Müller, und der Wettbewerbsökonom Justus Haucap seit 2019 insgesamt sechsmal getroffen hätten, um über eine Reform von ARD und ZDF zu beratschlagen. Beteiligt waren demnach aber auch ehemalige Führungskräfte der Sender selbst sowie Medienpolitiker von CDU und CSU aus Bund und Ländern. …. Die »Welt« zitiert aus einem Papier, wonach die Beteiligten den Rundfunk generell für zu zersplittert, für zu teuer und für zu redundant in seinen Strukturen halten. Das Programm folge nicht mehr dem eigentlichen Auftrag. Darüber hinaus werde kritisiert, dass mit dem Beitragsgeld der Bürger Inhalte produziert würden, die ebenso von privaten Anbietern hergestellt werden.
Ver.di kritisierte den Vorschlag scharf, der von Lobbyinteressen geleitet sei.
https://mmm.verdi.de/medienpolitik/scharfe-kritik-an-plaenen-zur-fusion-von-ard-und-zdf-71679
Das klingt nach Revolution, und es wäre auch eine, wenn die Union sich einem solchen Plan verschriebe und damit in den Wahlkampf zöge. Doch das wird sie nicht tun. ARD und ZDF erweisen sich zwar so hartnäckig als reformunfähig, dass die Ministerpräsidenten seit Jahren an ihnen verzweifeln. Im Zweifel aber wissen die Länderchefs gerade im Wahlkampf, was sie an den Sendern und insbesondere der regionalen Verwurzelung der ARD haben. …. Dabei müssen die Sender auch aufpassen, dass sie sich nicht den Vorstellungen der hierzulande medial den Ton angebenden politjournalistischen Twitterblase in Sachen „Haltung“ beugen und vergessen, für was und wen sie da sind: für den pluralen, offenen, demokratischen Diskurs aller. Solange sie das wenigstens hinbekommen, bleiben Pläne wie derjenige der Mittelstandsunion Schall und Rauch.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/was-hat-die-union-mit-ard-und-zdf-vor-17216303.html
