Stellungnahme der Deutschen  Akademie der Darstellenden Künste zur transmedialen Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Stellungnahme der Deutschen  Akademie der Darstellenden Künste zur transmedialen Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Neue  technische  Plattformen  ermöglichen  und  erfordern  neue  inhaltliche  Formate.  Die DADK  unterstützt  es  deshalb  ausdrücklich,  wenn  das  telemediale  Angebot  des  öffentlich-rechtlichen  Rundfunks  –  über  bisher  vorhandene  Digitalformate  wie  Livestream und Mediathek hinaus – Schwerpunkte wie „Online-First“ und „Online-Only“ etabliert.

Wir  erwarten  allerdings,  dass  folgende  vier  Merkpunkte  dabei  zentrale  Berücksichtigung finden. …. Der  öffentlich-rechtliche  Rundfunk  unseres  Landes  hat  nicht allein  den  Auftrag,  im  online-Bereich  höchstmögliche  Einschaltungen  zu  erzielen. Er  darf  dabei  seine  Aufgabe  als  maßgeblicher  Garant  der  demokratischen  und kulturellen Zukunft unseres Landes nicht vernachlässigen. ….

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk beraubt sich selber einer zentralen Existenz-Berechtigung. Nur durch uneingeschränkte Beibehaltung auch der kulturellen Programmsegmente (TV-Fiction, Film, Hörspiel, Dokumentation, wissenschaftlicher Diskurs, Konzert, Neue Musik, Weltmusik, kulturelle Berichterstattung,  Kritik)  ist  aus  Sicht  der  DADK  eine  transmediale  Transformation  des  öffentlichen-rechtlichen Rundfunks sinnvoll und berechtigt.

Welche Inhalte und Formate für die Erfüllung dieser Aufgabe unabdingbar sind, kann nur im engen Arbeitskontakt mit den Kreativen dieses Landes entschieden werden.  Kulturelle  Programmleistungen  entstehen  nicht  allein  auf  der  redaktionellen  bzw.  senderinternen  Planungsebene.  Ein  öffentlich-rechtlicher  Rundfunk ohne Fürsorge für sein freischaffenden Mitarbeiter*innen und ohne Achtung vor der Autonomie der Kunst hätte aufgehört, Kulturträger zu sein.

https://d28bv8fgc07rdx.cloudfront.net/dadk/2021-09-21/stellungnahmen-transmediale-zukunft-1632228128tDmSz.pdf