Kritik an Medienstaatsvertrags-Reform: Werden ZDF Neo und KiKa überleben?

Kritik an Medienstaatsvertrags-Reform: Werden ZDF Neo und KiKa überleben?

Mit der Medienstaatsvertrags-Reform schiebt die Politik ihre Verantwortung auf die Rundfunkräte – doch die sind ohnehin schon überfordert. […] Mit dem neuen Vertrag kommt hinzu, dass sie auch entscheiden sollen, welche Programme unter dem zunehmenden Spardruck, den die Politik seit Jahren ausübt, eingestellt werden sollen. Nun ist die Frage zu stellen, ob ARD und ZDF unbedingt jeweils noch einen eigenen Info-Kanal betreiben müssen, wo sie doch schon seit Jahren gemeinsam den Informationskanal Phoenix betreiben.

Andere Kritiker halten auch ZDF Neo und ARD One für überflüssig. Sie sagen, es seien reine Abspielkanäle, um einige Sendungen wieder in die Mediatheken hieven zu können. […] Übersehen wird von den Kritikern, dass die Verflachung der Flaggschiffprogramme ARD und ZDF keine Sendeflächen mehr für interessante Serien, innovative Fernseh- und Spielfilmproduktionen oder für experimentelle neue Formate übrig ließe. […]

Für ZDF Info ist nur ein Rundfunkrat zuständig, der per Mehrheitsbeschluss entscheiden kann. Aber wer ist zuständig für Tagesschau 24? Der Rundfunkrat des federführenden Senders? Oder müssen alle neun Rundfunkräte der ARD-Anstalten zustimmen? Der Staatsvertrag sagt dazu nichts.

Noch komplizierter wird es bei Phoenix und dem KiKa: hier ist auch das ZDF in der Mitverantwortung. Kann eventuell ein einziger Rundfunkrat die Einstellung des Programms blockieren, weil ihm etwa Standortinteressen entgegenstehen?

https://taz.de/Kritik-an-Medienstaatsvertrags-Reform/!5930634/