Medienpolitische Tagung von ver.di und DGB
Die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat in jüngster Zeit – auch aufgrund diverser Skandale um Verschwendung und Vetternwirtschaft – gelitten. Unter dem Titel „Mit Qualität neu überzeugen – auf die Inhalte kommt es an!“ diskutierten auf der Medienpolitischen Tagung von ver.di und DGB am 10. Oktober in Berlin Medienschaffende, Wissenschaftler*nnen und Rundfunkräte über konstruktive Wege aus der Krise.
Bereits die Besetzung der Podien in einer Veranstaltung, in der es um Akzeptanz und um Dialog mit dem Publikum gehen sollte, sprach Bände. Viele Funktionäre in den Panels – und zum Thema „Qualitätsjournalismus – brauchen wir neue Maßstäbe?“ sprach ausgerechnet Olaf Sundermeyer vom rbb, der in schöner Regelmäßigkeit sämtliche Kritiker von Politik und Einheitsmedien als Nazis dechiffriert.
Im Großen und Ganzen ist man sich einig, besonders ärgerlichen Formaten wird Vorbildwirkung attestiert und die bemühten Reformvorschläge wurden schon vor Jahren aus Kreisen diverser Kritiker vernommen und in unzähligen Pamphleten niedergeschrieben.
Und da war noch etwas mit der „Zivilgesellschaft“, die zumeist unterrepräsentiert in den öffentlich-rechtlichen Stuhlkreisen und in den Informationsangeboten vorkommen. Oft genug werden Personen im öffentlichen Raum zu diversen Themen interviewt, die sich bei genauerem Hinsehen als Parteimitglieder oder politisch involvierte Aktivisten entpuppen. Otto-Normalbürger ist wohl bei spontanen Interviews oder auch innerhalb der Talkformate ein Unsicherheitsfaktor, was seine Meinungsäußerung anbelangt.
Zusammenfassender Bericht der medienpolitischen Tagung, in welchem mehr Wert auf korrektes Gendern als auf korrekte Rechtschreibung gelegt wurde: https://mmm.verdi.de/medienwirtschaft/oerr-qualitaet-vor-reichweite-92319
