Weniger Öffentlichkeit für ZDF-Programmbeschwerden

Bisher legte die Vorsitzende des Fernsehrats, Marlehn Thieme, zu jeder Sitzung einen Beschwerdebericht vor, in dem die von Zuschauern vorgetragene Kritik und die Antwort des Intendanten kurz zusammengefasst waren. So hieß es dann beispielsweise:

Unser Lehrer Dr. Specht – Erste Hilfe vom 17.12.2021

Behaupteter Verstoß: Der Petent sieht in der 1998 produzierten Folge der Fernsehserie durch die Verwendung rassistischer Begriffe wie das „N-Wort“ einen Verstoß gegen verschiedene Programmrichtlinien, u. a. das Gebot, ethnische Minderheiten zu achten und die Förderung der gegenseitigen Achtung zwischen Menschen und Gruppen ohne Rücksicht auf ihre Abstammung.
Auszug aus dem Beschwerdebericht zur Fernsehrats-Sitzung am 9. Dezember 2022

Seit der Sitzung am 10. März 2023 gibt es diese inhaltliche Darstellung nicht mehr, sondern eine „neue, kompaktere Form für eine bessere Übersicht“, wie es einleitend heißt.

Die Beschwerden werden nun nur noch tabellarisch mit betroffener Sendung, Eingangsdatum und Status aufgelistet. Diese Kurzform liest sich dann bspw. so:

Sendung/ Anliegen: „heute-show präsentiert – Till to Go – Kirche“ vom 22.07.2022, Eingabedatum: 27.10.2022, Status: beantwortet/Abhilfe

„Abhilfe“ ist ein Fehlereingeständnis

Hinter „Abhilfe“ verbirgt sich, dass ZDF-Intendant Norbert Himmler Fehler im Filmbeitrag und auf der Website einräumen musste, während die verantwortliche Redaktion zuvor keinen Korrekturbedarf gesehen hatte. Der neuen Berichtsform ist dies nicht zu entnehmen. Was das Publikum kritisiert hat und welche Kritik auch nach Ansicht des Intendanten zutreffend war, bleibt der Öffentlichkeit verborgen.

(…)

Kompletter Beitrag: https://www.telepolis.de/features/Weniger-Oeffentlichkeit-fuer-ZDF-Programmbeschwerden-8112542.html?seite=all