ARD-Chef kündigt Sparkurs an – vor allem beim Hörfunk

ARD-Chef kündigt Sparkurs an – vor allem beim Hörfunk

Kai Gniffke erklärt bei einer Anhörung im Sächsischen Landtag, wo er kürzen will. Zudem bekräftigt er das Aus für ein TV-Programm.

ARD-Chef Kai Gniffke kündigt Einsparungen an. „Wir werden den Gesamtaufwand für Hörfunkprogramme signifikant reduzieren“, sagte er am Montag bei einer Anhörung im Medienausschuss des Sächsischen Landtags. Zudem bekräftigte er, dass in diesem Jahr ein linearer TV-Sender eingestellt werde. Dabei dürfte es um One gehen, Gniffke nannte keinen Namen. […]

Generell will Gniffke redaktionelle Kompetenzzentren schaffen. Eine Konzentration auf rein Nachrichtliches lehnt der ARD-Chef aber ab. Er wolle keine Reduktion auf einen „Problemsender“, es brauche auch Unterhaltung und Sport. Gniffke strebt an, dass die ARD bis zum Ende des Jahrzehnts mit dem ZDF zum erfolgreichsten Streamingdienst in Deutschland wird. Die Plattform solle auch offen für Verlagshäuser sein und Unterhaltungsriesen wie Amazon sowie Netflix Paroli bieten. […]

Wille sieht die Flexibilisierungsmöglichkeiten im neuen Staatsvertrag positiv. Allerdings soll nach ihrer Ansicht der Kinderkanal Kika weiter linear ausgestrahlt werden, da das Programm vorwiegend über den klassischen TV-Empfang gesehen werde. Wille kritisierte jedoch, dass keine Flexibilisierung – also Verlegung ins Netz – für den Kultursender 3sat vorgesehen sei.

https://www.saechsische.de/fernsehen/ard-chef-kuendigt-sparkurs-an-5808566.html

Die ARD wolle im Verbund mit dem ZDF eine Plattform für den gesellschaftlichen Diskurs und auch für Verlage und die deutsche Medienlandschaft offen sein. „Jedes Land braucht eine mediale Lebensader“, sagte der 62-Jährige.

Gniffke räumte mit Blick auf Affären in der ARD ein, dass ihm bei Diskussionen auch viel Wut und Enttäuschung entgegenschlage. Große Teile der Bevölkerung würden sich aber weiter einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk wünschen. Viele seien jedoch der Meinung, dass man so wie bisher nicht weitermachen könne. „Wir werden unser Schicksal in die eigenen Hände nehmen“, sagte er und kündigte etwa mehr Arbeitsteilung und Kooperation der Anstalten an. Man müsse schneller und effizienter werden.

https://www.meedia.de/medien/gniffke-bekraeftigt-reformwillen-der-ard-anstalten-02017a1b0f14797e6d394e65dc38ba40

Hinweis der Redaktion: Die Radios der ARD kosten den Beitragszahler 2,09 Euro vom Rundfunkbeitrag, das ERSTE liegt bei 2,76 Euro, die Fernsehprogramme der Dritten zusammen bei 3,08 Euro.

https://www.ard.de/die-ard/wie-sie-beitragen/Verwendung-des-Rundfunkbeitrags-100/