Böhmermanns dubiose Geschäfte: Ist auch Steuergeld im Spiel?
Jan Böhmermann kündigt eine Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt an. Es gibt Hinweise, dass dahinter der Kampf gegen unabhängige Medien steckt – mit Steuergeldern finanziert. Auch die Berliner Zeitung ist betroffen.
Vom 27. September bis 19. Oktober 2025 präsentieren „Jan Böhmermann & Gruppe Royale, bekannt durch das ‚ZDF Magazin Royale‘, im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin die Ausstellung ‚Die Möglichkeit der Unvernunft‘“. […]
Die „Gespräche“ wird Böhmermann mit Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Promi-Anwalt Christian Schertz führen. Schertz antwortete bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht, ob er für den Auftritt ein Honorar erhält. […]
Über die Finanzierung der Ausstellung wollen die Beteiligten lieber schweigen. Allerdings ist klar, dass Böhmermann mit seinen neuen Aktivitäten nun nicht mehr nur durch die ZDF-Gebührengelder, sondern direkt mit Steuergeldern finanziert wird. Das Haus der Kulturen der Welt gehört zur Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH, die aus dem Etat des Kulturstaatsministers finanziert wird. Weimer ist Aufsichtsratsvorsitzender der GmbH. Eine Sprecherin des Ministeriums behauptete in einer Antwort an Nius, die Ausstellung selbst werde nicht gesondert gefördert. Sie räumte jedoch ein, dass das HKW mit rund 57 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt finanziert werde. Der Pressesprecher des HKW wollte sich auf Anfrage der Berliner Zeitung nicht äußern und verwies auf die Pressekonferenz am Samstag. Das HKW sieht sich demnach außer Stande, die Frage, ob man Mitveranstalter sei, mit Ja oder Nein zu beantworten. Da die Ankündigung der Veranstaltung auf HKW-Briefpapier erfolgte, ist klar: Der Steuerzahler finanziert Böhmermanns Auftritte mindestens mit.
