Das Geschäftsmodell Böhmermann

Das Geschäftsmodell Böhmermann in fünf Schritten, erklärt von Harald Neuber:

1. Die Regel erklären. („Seht her, wir sind die Guten.“)
2. Die Regel formal einhalten. („Soll“, Konjunktiv.)
3. Das Publikum trotzdem in Schuldüberzeugung pressen. (Framing, Häme, Jingle.)
4. Bei Klage: „War doch Satire.“
5. Beim Verlieren: „Die Pressefreiheit ist in Gefahr.““

„Und dann, Jan, dann kommt Adolf Hitler. Mitten rein. Wörtlich. Und damit niemand sagt, das sei aus dem Zusammenhang gerissen, hier dein Zitat:
„Deswegen ist mein Führer Adolf Hitler für mich bis heute unschuldig, bis zu einem ordentlichen Gerichtsurteil. Vor einem ordentlichen deutschen Gericht ist er für mich unschuldig.“

Ich hab’s zweimal zurückgespult. Ich dachte, ich hätte mich verhört. Hatte ich nicht.
Der Witz soll offenbar all jene lächerlich machen, die in Kommentarspalten auf das Prinzip der Unschuldsvermutung verweisen. Die Logik: Wenn das Prinzip auch für Hitler gelten würde, kann es ja nicht ernst gemeint sein. Das ist rhetorisch alt, das ist rhetorisch billig, und das ist – du merkst, ich werde jetzt unlustig, tut mir leid – rhetorisch gefährlich.“

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/article/unschuldsvermutung-erklaeren-schuldgefuehl-liefern-das-zdf-prinzip-in-perfektion-10031249

https://lnkd.in/eRV4fedJ