Deutschlands einziges echtes Filmstudio bekommt einen neuen Chef
Christoph Pellander übernimmt ARD-Tochter Degeto – eine 400-Millionen-Maschine für Serien, Krimis und Eskapismus. Ein System zwischen Effizienz und Monotonie.
„Einer der besten Programmmacher in Deutschland“ übernimmt nun im Mai die Leitung „einer der wichtigsten Gemeinschaftseinrichtungen“ der ARD. Na hurra: Da jubelt die für Programmbeschaffung zuständige ARD-Tochterfirma Degeto über ihren neuen Chef, Christoph Pellander.
Woher die Degeto weiß, dass der 47-Jährige „einer der besten“ ist? Weil Pellander schon seit 2019 als Abteilungsleiter ihr Programm-Management leitet.
Die Wichtigkeit der Degeto zeigt sich in Zahlen: Für rund 400 Millionen Euro stellt sie „rund 100 fiktionale Spiel- bzw. Fernsehfilme und Serien“ im Jahr her. Genauer handelt es sich, laut Sendeplatz-Profil, um „populäre deutsche und internationale Kinoerfolge“, wie aktuell „Horst Schlämmer sucht das Glück“ mit Hape Kerkeling.
Und um „spannende Krimireihen mit regionalem und internationalem Lokalkolorit“ zwischen dem Saarland und Barcelona, wie sie donnerstags im ARD-Programm laufen, um „unterhaltsame Fernsehfilme in den Hauptgenres Komödie, Heimat- und Liebesfilm“, die freitags laufen. Oder um „hochkarätige“ sowie „aufwendige“ Filme „mit Event-Anklang“ oder sogar „mit ausgeprägtem Event-Charakter“ und noch mehr „nationale und internationale“ Krimis. […]
Ob Christoph Pellander im dynamischen, immer noch asymmetrischeren Wettbewerb mit den US-amerikanischen Konzernen ein paar sinnvolle Akzente setzten kann, zum Beispiel gegen die eklatante Genre-Einfalt, wird spannend zu beobachten sein. Die Degeto ist allein durch ihre Ausmaße das einzige echte deutsche Filmstudio in Deutschland.
