Die lange Hand von Soros

Rom, 12. November – Die Unterzeichnung des Friedensabkommens mit Aserbaidschan wurde in Armenien als Kapitulation gewertet und der Volkszorn gegen die Regierung von Premierminister Nikol Pashinyan entfesselt. Die Demonstranten besetzten das Parlament und griffen den Präsidenten, Ararat Mirzanyan, an, der aus seinem Auto gezerrt und von der wütenden Menge fast gelyncht wurde. Unter Beschuss geriet auch das Hauptquartier von George Soros‘ „Open Society Foundation“, dessen Büros beschädigt und geplündert wurden.

Die lange Hand von Soros

Die so genannte „Samtene Revolution“, dank der der jetzige armenische Premierminister Pashinyan 2018 an die Macht kam, wurde von genau dem Spekulanten George Soros gefördert und finanziert. Die Open Society Foundation ist seit 1997 in Armenien tätig und hat schätzungsweise über 50 Millionen Dollar zur Finanzierung lokaler Organisationen ausgegeben. Das ist ein beträchtlicher Betrag, wenn man bedenkt, dass wir über ein Land sprechen, in dem das durchschnittliche Monatsgehalt nicht 300 Euro erreicht. Zu den Zielen der Stiftung gehört neben der üblichen Unterstützung auch die Förderung der Entwicklung „unabhängiger Medien“ durch die Ausbildung von Journalisten und Meinungsführern, die die Stimme der bunten Revolution waren.

Sobald der “ Regimechange“ in fast allen strategischsten Positionen des Staates vollzogen ist, werden nach Angaben einiger russischer Medien Personen ernannt, die von der Open Society gesponsert werden: der Leiter der Entwicklungsprogramme in Armenien der Open Society Sos Avetisyan wird stellvertretender Bildungsminister, die Sprecherin der Regierungskoalition „Mein Schritt“ Gayana Abrahamyan erhält von der Soros-Stiftung mehr als 200 Tausend Dollar an Fördermitteln für Projekte ihrer Organisation „Für Gleichberechtigung“, Sasun Khachaturian ist der Bruder des Präsidenten des Vorstands der Open Society in Armenien und wird zum Leiter des Sonderermittlungsdienstes ernannt“. Allein im Jahr 2019 hat die Open Society Foundation 3,6 Millionen Dollar in Armenien und weitere 600.000 Dollar für den Kampf gegen das Coronavirus bereitgestellt.

Warum so viel Interesse an Armenien?

Armenien ist politisch, militärisch und wirtschaftlich mit Russland verbunden. Es war bis zu seiner Auflösung Teil der UdSSR und ist derzeit Mitglied des Militärbündnisses der ehemaligen Sowjetstaaten unter Führung der Russischen Föderation, das zwei Militärstützpunkte in den armenischen Städten Gyumri und Erebuni unterhält. Es ist auch Mitglied der eurasischen Wirtschaftsunion und hängt bei der Einfuhr von grundlegenden Gütern wie Gas und Öl, aber auch Weizen und Getreide von Moskau ab.
In den letzten Jahren hat Armenien jedoch versucht, sich den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union immer weiter anzunähern. Dieser „Wendepunkt“ hat mit dem Staatsstreich von 2018 und dem Regierungsantritt von Nikol Pashinyan eine entscheidende Beschleunigung erfahren. Die amerikanische Strategie, ihren Einfluss auch in den historisch pro-russischen Ländern auszuweiten, ist sicherlich nichts Neues.

Der Untergang von Pashinyan

Es ist daher nicht überraschend, dass Moskau beschlossen hat, nicht direkt in den Berg-Karabach-Konflikt einzugreifen. Nach dem diplomatischen Erfolg, mit Putin als dem Schöpfer des Friedensabkommens, geht das Spiel für Russland nun um die Nachfolge Paschinjas weiter. Der amtierende Premierminister scheint nach der Ankündigung des Waffenstillstands aus dem Verkehr gezogen worden zu sein, und die Empörung der Bevölkerung gegen ihn ist groß. Demonstranten belagern Tag und Nacht das Regierungsgebäude und fordern seinen Rücktritt, und die parlamentarische Opposition fordert ein Amtsenthebungsverfahren. Ein Teil der Streitkräfte und die einflussreiche Apostolische Kirche setzen sich auch für eine nationale Friedenslösung ein, die notwendigerweise die Vertreibung Pashinyans einschließen wird.

Nach Ansicht des ehemaligen Verteidigungsministers „war es nicht die Armee, die den Krieg verloren hat, und die Verantwortung muss von der derzeitigen politischen Führung übernommen werden“, während Patriarch Karekin II. kürzlich mit dem Präsidenten der Republik zusammentraf und die Absetzung des Premierministers forderte. Die Partie ist offen, aber eines ist schon jetzt klar: Die Unterstützung Russlands aufzugeben, um westlichen Sirenen hinterher zu jagen, ist für die ehemaligen Sowjetstaaten niemals eine gute Wahl. Armenien, Weißrussland und die Ukraine zeugen davon.

Lorenzo Berti übersetzt von Dux Morales

https://www.ilprimatonazionale.it/esteri/armenia-manifestanti-devastano-sede-fondazione-soros-video-173855/