Im Schatten der Schlesinger-Krise: Die Lage vor der Intendantenwahl beim RBB

Im Schatten der Schlesinger-Krise: Die Lage vor der Intendantenwahl beim RBB

https://www.deutschlandfunk.de/im-schatten-der-schlesinger-krise-die-lage-vor-der-intendantenwahl-beim-rbb-dlf-2e7088b1-100.html

Auch Weyrauch zieht Kandidatur zurück

Nach ARD-Digitalexpertin Juliane Leopold springt nun auch der Bremer Programmchef Jan Weyrauch ab. Damit stehen am Freitag nur noch zwei Kandidatinnen zur Wahl. […] In einer Erklärung verweist Weyrauch darauf, dass – nach einer möglichen Entscheidung für ihn durch den Rundfunkrat – die Gefahr bestanden habe, dass mit dem RBB-Verwaltungsrat kein Vertrag zustande kommt.

Weyrauch schreibt: „Der Schaden für den rbb, für seine Gremien und nicht zuletzt für den Kandidaten wäre in der Öffentlichkeit riesig und kaum erklärbar.“ […] Mitverantwortlich für den sehr späten Rückzug von Favorit Weyrauch wird der Verwaltungsratsvorsitzende Benjamin Ehlers gemacht, der die Idee einer Gehaltskorridors für die künftige RBB-Intendanz ventiliert hatte – und zwar zwischen 180.000 und 230.000 Euro. […] Aber vielleicht ist das nicht der einzige Grund für Weyrauchs Demission. Er hatte dem Rundfunkrat auch mitgeteilt, dass er, falls gewählt, von Bremen nach Berlin pendeln werde und vielleicht nicht die volle Stelle ausfüllen werde. […]

Neben der ehemaligen Regierungssprecherin Ulrike Demmer tritt am Freitag nun noch Ex-Vodafone-Vorständin Heide Baumann an. „Die Auswahl ist geringer geworden, aber der Rundfunkrat hat weiterhin eine Wahl“, sagte der CDU-Politiker Christian Goiny, der vom Abgeordnetenhaus Berlin in das Gremium entsandt wurde, dem Tagesspiegel. Um als Intendant gewählt zu werden, benötigen die Kandidaten eine Zweidrittel-Mehrheit im Wahlgremium.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/rbb-intendantenwahl-auch-weyrauch-zieht-kandidatur-zuruck-9992557.html

Weyrauch teilte am Donnerstagabend auch mit, seine Hoffnung sei es gewesen, dass es eventuell im Laufe des Prozesses durch den gegenseitigen Austausch zu einem grundsätzlichen Umdenken in dieser Frage kommt. „Diese Signale habe ich aber nicht erhalten. Damit ist absehbar, dass – im Fall meiner Wahl – ein Vertrag nicht zustande kommen würde. Daran kann niemand ein Interesse haben.“ Der Rückzug tue ihm sehr weh.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rbb-intendant-jan-weyrauch-zieht-seine-kandidatur-zurueck-18967183.html

Als Programmdirektor von Radio Bremen verdient Weyrauch aktuell rund 214.000 Euro jährlich.

https://www.dwdl.de/nachrichten/93460/rbbintendanz_auch_jan_weyrauch_steht_nicht_mehr_zur_wahl/

Unterdessen übt der Personalrat harsche Kritik an den Vorsitzenden der rbb-Gremien. „Wir haben großes Unverständnis über die mangelhafte Professionalität des Vorsitzenden der Findungskommission, Herrn Bürgel, der offensichtlich nicht in der Lage war, mit den Kandidaten und Kandidatinnen professionell zu kommunizieren, sodass nun 50 Prozent der von uns ausgewählten Kandidaten auf der Strecken geblieben sind“, sagte die Personalratsvorsitzende Sabine Jauer. Ein abstimmendes Gespräch mit der Findungskommission, der auch Jauer angehört, habe es am Donnerstag in Anbetracht des drohenden Rückzugs von Weyrauch nicht gegeben.

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2023/06/rbb-jan-weyrauch-rueckzug-bewerbung-kandidatur-intendant.html

Hinweis der Redaktion: Der Rundfunkrat hat also die Wahl zwischen:

– einer früheren stellvertretenden Regierungssprecherin (2016-21), die zuvor u.a. für das ZDF, den Spiegel und Focus tätig war und das Hauptstadtbüro des RedaktionsNetzwerks Deutschland geleitet hatte.
– einer Managerin und Medienberaterin, die zuletzt Geschäftsführerin bei Vodafone Deutschland war und davor auch für andere Telekommunikationsunternehmen gearbeitet hat. An der TU Berlin hatte sie bis September 2022 rund ein Jahr lang eine Gastdozentur im Bereich Technologie- und Innovationsmanagement inne.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/rbb-intendantenwahl-auch-weyrauch-zieht-kandidatur-zuruck-9992557.html