Letzter Aufruf für Assange – Sevim Dağdelen: „Es ist ein Tod auf Raten“

Hacking Justice

Die Zukunft von Julian Assange – und des investigativen Journalismus – entscheidet sich vor Gericht: Die für den 20. und 21. Februar 2024 angesetzten Anhörungen könnten das Ende seines Weges im britischen Gerichtssystem bedeuten. Wenn der High Court seinen Berufungsantrag ablehnt, könnte er sofort an die USA ausgeliefert werden, und ob ein Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte daran etwas ändern könnte, ist ungewiss.

Für ihren Dokumentarfilm „Hacking Justice: Der Fall Assange – eine Chronik“ haben sich Clara López Rubio und Juan Pancorbo die juristische Verfolgung des Wikileaks-Gründers neun Jahre lang begleitet und sich exklusiven Zugang zu seinem Anwaltsteam um den ehemaligen spanischen Richter Baltasar Garzón erarbeitet.

Am Donnerstag, 15. Februar, zeigt das Theater Aufbau Kreuzberg in Berlin den Film. Neben Regisseurin Clara López Rubio stellen sich Ilja Braun (Reporter ohne Grenzen), Beate Streicher (Amnesty International), John Goetz (investigativer Journalist, NDR) sowie Aktivistinnen und Aktivisten von Assange Support Berlin den Fragen des Publikums und erzählen vom Stand des weltweiten Kampfes für seine Freilassung.

https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/termine/termin/hacking-justice

Letzter Aufruf für Assange – Sevim Dağdelen: „Es ist ein Tod auf Raten“

Ende Februar findet in London eine zweitägige Anhörung im Fall Julian Assange statt. In einem Pressegespräch im Bundestag wurden die möglichen Szenarien analysiert. […]

Vom 20. bis zum 21. Februar findet nun eine zweitägige Anhörung im High Court in London statt. Zu diesem Zeitpunkt könnte Assanges Auslieferung an die Vereinigten Staaten beschlossen werden, wo ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu 175 Jahren droht. Zwei Richter werden entscheiden, ob Assange in Großbritannien weitere Rechtsmittel gegen eine Auslieferung an die USA einlegen darf. Was danach geschieht, bleibt offen. […]

Doch inzwischen bestehe in der Politik ein geschärftes Bewusstsein für den Fall Julian Assange. Am 7. Juli 2022 verurteilte der Bundestag mit einem Beschluss die „politische Verfolgung“ des Journalisten als Angriff auf die Pressefreiheit und rief die Bundesregierung dazu auf, sich für seine Freilassung und die Nichtauslieferung an die USA einzusetzen. Doch die Regierung kommt der Bundestagsentschließung nicht nach. „Das ist eine inakzeptable Missachtung des Parlaments“, so Dağdelen. […]

Bei Assange handelt es sich um den ersten bekannten Fall, in dem ein Journalist von einem westlichen Staat der Spionage beschuldigt wird. „Die Auslieferung Assanges wäre ein gefährlicher Präzedenzfall“, sagt Dağdelen. […]

Es ist äußerst schwierig, kommende Woche den Gerichtstermin zu verfolgen: Das Akkreditierungsverfahren ist intransparent, und es gibt keine Angaben beispielsweise zur maximalen Anzahl von Plätzen im Gerichtssaal. Bislang wurde der Saal, in dem die Anhörung stattfinden soll, offenbar noch nicht einmal festgelegt. […]

„Selbst ein Erfolg bei der Anhörung würde auch nach fast fünf Jahren in Haft nicht zur Freilassung führen“, sagt Schomburg. Assange würde weiterhin im „Guantánamo Englands“ bleiben müssen. Es gibt keine festgelegten Fristen, innerhalb derer der High Court eine endgültige Entscheidung treffen muss. Es könnten noch Wochen, Monate oder sogar ein Jahr vergehen.

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/julian-assange-letzter-aufruf-fuer-den-wikileaks-gruender-sevim-dadelen-es-ist-ein-tod-auf-raten-li.2187161

Falls Julian Assange etwas passiert, will ein Russe Kunst im Wert von 40 Millionen zerstören

Der Künstler Andrej Molodkin nimmt in einer spektakulären Aktion Kunst als Geisel. Er droht, Picassos und Rembrandts zu vernichten, Hilfe kommt dabei auch aus Berlin. […]

Molodkin soll es mithilfe einiger Sammler gelungen sein, Kunstwerke im Wert von mehr als 40 Millionen US-Dollar zusammenzutragen. Jetzt droht er damit, diese zu vernichten, falls Wikileaks-Gründer Julian Assange im Gefängnis den Tod finden sollte.

Das Ganze klingt wie ein James-Bond-Film: In seinem Atelier in der eleganten französischen Provinz steht der riesige Tresor, der mit Zeitzünder und zerstörerischer Säure versehen ist. 16 Werke von Picasso, Rembrandt und Warhol sollen dort am kommenden Freitag vorerst von ihm dingfest gemacht werden. Ob sie intakt wieder herauskommen, oder explodieren, das läge jetzt ganz bei den Justiz-Behörden.

https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/kunst/julian-assange-falls-ihm-etwas-zustoesst-will-der-russe-andrej-molodkin-kunst-fuer-40-millionen-dollar-zerstoeren-li.2187134