ÖRR – Was bekommen die Bürger für ihr Geld?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 1995 betrugen die Gesamteinnahmen der Öffentlich-Rechtlichen noch 5,9 Milliarden Euro. 2017 waren es schon 8,8 Milliarden – heute sind es sagenhafte 10,4 Milliarden, wie der Evangelische Pressedienst errechnet hat. Eine Steigerung um satte 76 Prozent – während der inflationsbedingte Kaufkraftverlust der Bürger im selben Zeitraum bei 40 Prozent lag. Allein die neun (!) verschiedenen ARD-Anstalten scheffeln jährlich 7,6 Milliarden Euro, und in diesem Jahr dürften die Einnahmen weiter steigen. Die Apparate wuchern, während der Treibstoff – das Vertrauen der Beitragszahler – schrumpft.

Was bekommen die Bürger für ihr Geld? Ein Überangebot an Krimiserien, das selbst hart gesottene Kommissare in den Burnout treibt. Wer durch die Programme zappt, findet auf jedem Kanal unzählige Varianten des immergleichen Plots: „Tatort“ hier und „Polizeiruf“ da, Krimis aus Usedom, Passau oder Bremerhaven – Hauptsache, es wird nach Herzenslust gemordet und gestorben. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich in eine Verbrecherfabrik verwandelt, in der mehr Leichen produziert werden als Nachrichten. Es wirkt ein bisschen so, als wollten sie kritische Zuschauer vom politisch korrekten Einheitsbrei ihrer Politsendungen ablenken.

Das alles wäre erträglicher, stünde es nicht im krassen Kontrast zum Wasserkopf der Anstalten. Die Sender leisten sich ein Heer aus Intendanten, Chefredakteuren, Fernsehdirektoren, Programmdirektoren und sonstigen Frühstücksdirektoren, die sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben, wenn die öffentliche Kritik am Programm doch mal hochkocht. Die Führungsetagen sind so zahlreich wie die Krimiserien und ihre Gehälter so üppig wie die Budgets, die sie verwalten. Bislang ist noch jeder ernsthafte Versuch einer Verschlankung der Apparate gescheitert. Kein Wunder in der föderalen Kleinstaaterei, in der jeder Ministerpräsident sein eigenes Mediensüppchen kocht. Im Zweifel hilft ein Verweis aufs Verfassungsgericht, um die eigene Reformunwilligkeit zu entschuldigen. Klar: Welcher Direktor stellt sich schon selbst den Stuhl vor die Tür? Die Gebühren fließen automatisch, die Selbstkritik bleibt aus. Und die Apparate laufen und laufen.

https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_101069430/ard-und-zdf-sind-kaputt.html#focus-1

https://medien.epd.de/article/4123

Hinweis I: Die Sender sollen also nur noch Informationen bieten, keine Bildung, Unterhaltung, Kultur und Beratung. Diese Auftragsbeschränkung müsste die Medienpolitik im Medienstaatsvertrag vornehmen – und würde sich damit gegen die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts stellen.

Hinweis II: Wenn man die „alten“ Pensionsverträge in eine „Bad Bank“ auslagert, könnte man den Rundfunkbeitrag um ca. 1,30 Euro im Monat reduzieren.

Hinweis  III: Es werden immer mehr Leute angestellt, deren Aufgabe es ist, die Inhalt in die „digitale Welt“ zu verbreiten. Gleichzeitig nimmt die Zahl derjenigen, die eigenständig neue Inhalte erarbeiten, ab.