Ostdeutschland bei „Tagesthemen“-Reportagen überrepräsentiert

Während die CDU in Sachsen und Sachsen-Anhalt bemängelt, ARD und ZDF würden den Osten benachteiligen, zeigen Zahlen das Gegenteil.

Wahlkampfmanöver im Osten: Die CDU in Sachsen-Anhalt und Sachsen haben sich dafür ausgesprochen, ARD und ZDF zusammenzulegen. Bemängelt wurde von den Landesverbänden, dass Ostdeutschland weiterhin unterrepräsentiert im Programm der deutschen Öffentlich-Rechtlichen sei. Manuel Weis widersprach in seinem Kommentar schon vor einigen Tagen vehement – und auch eine neue Auswertung des epd unterstreicht das. Ausgezählt wurden dabei nämlich die Reportagen „Tagesthemen mittendrin“, die seit 2020 laufen und die Regionen und die Menschen in den Mittelpunkt stellen sollen. Die allermeisten dieser Reportagen sind zwischen vier und fünf Minuten lang.

Die Auswertung zeigt nun: Ostdeutschland ist in dieser Rubrik weiterhin krass überrepräsentiert. Obwohl nur etwa 15 Prozent der Deutschen in Ostdeutschland leben, seien 2025 42 Prozent der Reportagen aus Ostdeutschland gekommen. Konkret: 14 aus Brandenburg, je zwölf aus Sachsen und Thüringen und elf aus Sachsen-Anhalt. Schon zum Start hieß es, dass man mit den „Mittendrin“-Reportagen in besonderer Weise nach Ostdeutschland schauen wolle. Gegenüber 2024 passierte das nun noch deutlicher im Jahr 2025. Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr übrigens 147 Reportagen gesendet, etwas weniger als ein Jahr zuvor. Das lag unter anderem an verschiedenen Events im Programm – dazu zählen die WM der Fußballerinnen und auch die Bundestagswahl, die speziell Anfang 2025 viel Raum in allen Formaten von ARD aktuell einnahm.

https://www.digitalfernsehen.de/news/inhalte/fernsehen/ostdeutschland-bei-tagesthemen-reportagen-ueberrepraesentiert-1170980/

Hinweis: Wen wundert das wirklich? Im Osten droht das „Blaue Wunder“ und damit meine ich nicht die Brücke in Dresden. Die Staatsverträge sind in Gefahr und damit könnte eine massive rechtliche und politische Krise für die ARD-Anstalten ausgelöst werden, da sie ihre rechtliche Grundlage für die Berichterstattung im Osten verlieren würden, die Programme müssten neu verhandelt werden – möglicherweise mit dem Ziel einer Auflösung oder Umstrukturierung – was zu Chaos und langwierigen Gerichtsverfahren führen würde. Da muss man sich im eigenen Interesse schon etwas mehr Mühe geben…. und zwar nicht nur bei Tagesthemen-Reportagen und nicht so tun, als sei Ostdeutschland nur ein lästiges Anhängsel mit haufenweise Problembürgern.

Eine Einordnung vom langjährigen Rundfunkrat Heiko Hilker zum Thema: https://daff.tv/hilker-wenn-die-afd-an-die-macht-kommt/