rbb: Ein Sender gibt sich auf
rbb: Ein Sender gibt sich auf
RBB-Chefin Katrin Vernau will 41 Millionen einsparen bis 2024 – und ausgerechnet vor allem beim Programm. Wo das enden wird, ist klar. […] Was die Aufräumerin jetzt vorhat, ist Selbstaufgabe. Gespart werden soll in ungekanntem Ausmaß bei den Sendungen fürs Publikum. Und bei den Mitarbeitern, die aus dem Programmetat bezahlt werden. Das ist die kreative Substanz. Das sind Produzenten, aber vor allem freie Mitarbeiter, die wenig Sicherheit haben; das sind alle, die die Inhalte für den Sender liefern und ihn erst zu dem machen, was er ist – nur eben ohne Bequem-Status. Eine „dumme Idee“ hat Vernau ihre Sparmethode etwas hilflos selbst genannt. Und das ist noch viel zu harmlos ausgedrückt.
Wie kann man bloß nach einem Jahr wie diesem, in dem klar wurde, welche gigantischen Summen bei den Öffentlich-Rechtlichen mit Pensionen, Ruhegehältern und Bürokratie verprasst werden, anordnen, ausgerechnet am Programm zu sparen? Das ist verblüffend dreist. Nach Vernaus Auftritt beschleicht einen eine ungute Ahnung, was rauskommen wird, wenn jetzt immer mehr Spitzengehaltsbezieher in der ARD vom Sparen reden. Ein öffentlich-rechtlicher Sender, dessen Apparat sich selbst schont, aber das Programm schon mal wegmacht, ist nicht aufgeräumt. Er ist überflüssig.
https://www.sueddeutsche.de/meinung/rbb-oeffentlich-rechtliche-katrin-vernau-1.5698915
Neue RBB-Chefin soll Mietzuschuss vom Sender kassieren: Konkret: Die neue RBB-Chefin erhalte neben ihres Jahresgehalts von 297.000 Euro monatlich auch noch tausend Euro Mietzuschuss, berichtete die »Bild«-Zeitung
»Das ist durch nichts zu rechtfertigen«, zitiert die Zeitung den Vertreter der freien Mitarbeiter des Senders, Christoph Reinhardt. »Die Intendantin wäre gut beraten, auf den Mietzuschuss zu verzichten«, sagte er demnach. Die Mitarbeiter seien besonders empört, dass Vernau den Wohnzuschuss jetzt erst eingestanden habe. Wenn sie in derselben Logik wie ihre Vorgängerinnen handle, traue man ihr nicht zu, dass sie für einen Neuanfang stehe.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/katrin-vernau-neue-rbb-chefin-soll-mietzuschuss-vom-sender-kassieren-a-b010524a-4555-4ad8-9578-ee88bca04109
Intendantin Vernau bekommt Mietkostenzuschuss von monatlich 1000 Euro
Nach der Korruptionsaffäre ihrer Vorgängerin gerät auch die Interimschefin in die Kritik: Sie lässt sich ihre Berliner Zweitwohnung teilweise vom RBB bezahlen. […] Vernau hat eine Zweitwohnung in Berlin und eine Wohnung, die sie nicht aufgeben will. Warum sich mit einem Jahresgehalt von 297.000 Euro diese Situation nicht finanzieren kann, bleibt vorerst das Geheimnis von Vernau und dem Verwaltungsrat.
Und es entsteht ein fragwürdiger Eindruck: Für den Sender ist ein harter Sparkurs angekündigt, der für die Interimsintendantin Katrin Vernau nicht zu gelten scheint.
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/trotz-sparkurs-im-rbb-intendantin-vernau-bekommt-mietkostenzuschuss-von-monatlich-1000-euro-8900512.html
Ein Auszug aus Vernaus Arbeitsvertrag zeigt, dass ihr sogar die Erstattung von „bis zu 1.500 Euro“ für die Wohnung zustehen. Dabei geht es um die „Nettokaltmiete zuzüglich der nicht verbrauchsabhängigen Nebenkosten“.
Diese Regelung sorgt nun für Kritik. In der „Bild“ beschwert sich etwa Christoph Reinhardt, der die freien Mitarbeiter des Senders vertritt, über diesen Zuschuss mit den Worten „das ist durch nichts zu rechtfertigen“. Gegenüber DWDL.de verteidigte der RBB den Zuschuss am Montagvormittag und verwies auch darauf, dass der Arbeitsvertrag, der die Zuschussregelung beinhalte, auch vom Verwaltungsrat beschlossen wurde. Grundsätzlich begründete der Sender den Zuschuss mit der Kurzfristig- und Dringlichkeit, in der der damals trudelnde RBB eine neue Senderführung gesucht hatte.
https://www.dwdl.de/nachrichten/90618/wirbel_um_extrazahlung_rbb_verteidigt_vernaus_mietzuschuss/
Dass die Intendantin einen Mietzuschuss erhält, erklärt der RBB damit, dass sich der Sender „in der Krise befindet“ und die neue Intendantin keinerlei Zeit hatte, ihre Wohnung in Köln zu kündigen, eine neue in Berlin zu suchen und einen Umzug zu organisieren. „Zwischen Wahl und Amtsantritt lagen fünf Arbeitstage“, in diesen habe Katrin Vernau ihr Amt als Verwaltungsdirektorin des WDR und den Vorsitz der ARD-Finanzkommission ordnungsgemäß übergeben müssen.
Da Vernaus Vertrag „auf maximal ein Jahr angelegt ist“ – so hatte es der Rundfunkrat beschlossen –, sei es auch nicht zumutbar gewesen, „die Wohnung in Köln aufzugeben (ganz abgesehen von der sich daraus ergebenden familiären Situation), um dann spätestens – aber vielleicht auch früher, wenn es früher schon einen neuen gewählten Intendanten/Intendantin gibt – ab Mai/Juni 2022 wieder von Berlin aus eine neue Wohnung in Köln zu suchen, wo ab 16.9.2023 der Dienst wieder angetreten werden muss, da dann die Beurlaubung endet“. Bei dem Mietkostenzuschuss handele es sich nicht um einen Gehaltsbestandteil (wie etwa eine Bonuszahlung), „sondern um eine zweckgebundene, nachzuweisende Aufwandsposition, die alleine der interimsweisen und vor allem extrem zügigen Übernahme des Amtes geschuldet ist“.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rbb-intendantin-erhaelt-mietkosten-ex-chefredakteur-hat-beratervertrag-18476831.html
