RBB regelt Umgang mit Programmbeschwerden neu
Die öffentlich-rechtlichen Sender beobachten seit 2024 eine starke Zunahme von Programmbeschwerden. Auch der RBB nimmt nun Beschwerden nur noch an, wenn sie über eine E-Mail-Adresse eingereicht werden, auf die geantwortet werden kann. […]
Ein Sprecher des RBB sagte dem epd, elektronisch eingereichte Beschwerden müssten nicht mehr beschieden werden, wenn nicht auch per E-Mail geantwortet werden könne. Der Sender habe zuletzt eine „massenhafte Häufung von Beschwerden“ festgestellt, die über E-Mail-Adressen ohne Antwortmöglichkeit eingereicht worden seien. Die Service-Redaktion des RBB habe in den vergangenen knapp zwei Jahren rund 2.400 Beschwerden erfasst, die über No-Reply-Adressen an den Sender geschickt worden seien.
RBB-Intendantin Ulrike Demmer sagte Ende Januar in der RBB-Rundfunkratssitzung, Programmbeschwerden seien „ein wesentliches Mittel zur Qualitätssicherung“. Doch bei den Beschwerden an den RBB sei ein Missbrauch zu erkennen, dem ein Riegel vorzuschieben sei. Sie sprach von einer „digitalen Attacke“, bei der es darum gehe, „Strukturen lahmzulegen“. Der Rundfunkrat beschloss in seiner Sitzung Ende Januar, dass auf der Webseite der Sendeanstalt darauf hingewiesen werden soll, dass über No-Reply-Adressen eingereichte Programmbeschwerden nicht zulässig sind.
Der RBB-Sprecher sagte dem epd, der Rundfunkratsbeschluss bestätige „lediglich die bestehende Rechtslage“, wie sie der Staatsvertrag vorgebe. Bislang habe der Sender Beschwerden, die elektronisch über No-Reply-Adressen eingegangen seien, per Brief beantwortet. Dazu seien die Postanschriften in den Beschwerden herangezogen worden. Doch das sei inzwischen wegen der Zahl der Beschwerden, die über solche Adressen eingereicht würden, nicht mehr zu leisten. Die Beschwerden per Post zu beantworten, erhöhe den Arbeitsaufwand unverhältnismäßig.
https://medien.epd.de/article/4350
Hinweis: Der Mehraufwand, aus einer Mail-Antwort eine Brief-Antwort zu erstellen, ist gering im Vergleich zum Aufwand, die Antwort auf eine Programmbeschwerde zu erarbeiten.
