Rückkehr in heikler Zeit: Boris Lochthofen wird Programmdirektor des MDR

Nach zwei Jahren Pause kehrt der Medienmanager Boris Lochthofen zum MDR zurück. Er soll die Programmbereiche Halle und Leipzig gemeinsam führen und die ARD-Anstalt vor den anstehenden Landtagswahlen sturmfest machen.

https://kress.de/news/beitrag/152085-rueckkehr-in-heikler-zeit-boris-lochthofen-wird-programmdirektor-des-mdr.html

Von den 39 anwesenden Mitgliedern des Rundfunkrates stimmten 33 mit Ja und 6 mit Nein.

Der Vorschlag von MDR-Intendant Ralf Ludwig war Anfang Januar bekannt geworden (vgl. FLURFUNK vom 8.1.2026: „MDR: Boris Lochthofen soll neuer Direktor Halle-Leipzig werden)“. Die Zustimmung erfolgte, nachdem der Kandidat in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Intendant Ralf Ludwig durch die Landesgruppen getourt war.

https://www.flurfunk-dresden.de/2026/01/26/mdr-boris-lochthofen-zum-neuen-direktor-halle-leipzig-gewaehlt/

Nach Monaten der Blockade: MDR durchschlägt den gordischen Knoten

Boris Lochthofen wird Super-Programmdirektor des MDR. Die Personalie kommt gerade noch rechtzeitig, der Sender steht 2026 vor großen Herausforderungen. Den Worst Case hat Intendant Ralf Ludwig nun aber erst einmal abgewendet.

https://www.dwdl.de/magazin/105313/nach_monaten_der_blockade_mdr_durchschlaegt_den_gordischen_knoten/

MDR-Intendant Ralf Ludwig hat Boris Lochthofen als neuen Super-Programmdirektor beim Rundfunkrat durchgebracht, der ab April dann die Programmdirektion von Halle und Leipzig miteinander vereinen wird.

https://the-spot-mediafilm.com/news/people/boris-lochthofen-wird-neuer-mdr-programmdirektor

Zurück in der Anstalt muss der neue Programmdirektor Boris Lochthofen vor allem eins machen: den MDR und die Öffentlich-Rechtlichen gegen die AfD verteidigen. […]

Dass Lochthofen überhaupt antritt, ist sowieso ein kleines Weihnachtswunder ganz nach MDR-Geschmack, wenn auch ohne Bach. Schließlich kennt er den Laden mehr als gut. Von 2016 bis 2023 war er schon mal Direktor des MDR-Landesfunkhauses Erfurt und wollte eigentlich Intendant werden. Doch weil einige sehr Übriggebliebene in den MDR-Gremien Lochthofen als Linken anstrichen, wurde das nichts. […]

Denn platt gesagt, darf/muss/soll Boris Lochthofen den MDR nun ganz direkt gegen die AfD verteidigen. Die Partei liegt nicht nur bei den Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Herbst vorne. Sie will den MDR-Staatsvertrag und alle Verträge der Öffentlich-Rechtlichen kündigen und den Rund- zu einem ihr genehmen Heimatfunk kleinschleifen. Es geht aber nicht nur um die AfD oder nur um den MDR. Auch die CDU in Sachsen-Anhalt und Sachsen gibt sich aktuell viel Mühe, die öffentlich-rechtliche Idee mit ihrem Beitrags-Starrsinn vor die Wand zu fahren.

https://taz.de/Boris-Lochthofen-zurueck-beim-MDR/!6148647/

Und tatsächlich ist in den zurückliegenden Monaten etwas vorangegangen. Eine eingesetzte Projektgruppe mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus beiden Programmdirektionen hat ihre Arbeit aufgenommen und kann auch bereits erste Ergebnisse vorweisen. So steht mittlerweile fest, dass es künftig vier Hauptredaktionen in der zusammengelegten Programmdirektion geben wird. Das ist eine Halbierung gegenüber dem aktuellen Stand. Nun wird es darum gehen zu klären, wie genau diese Redaktionen ausgestaltet werden.

In dieser Frage wird dann wohl auch Boris Lochthofen mitreden. […]

Der gesamte Prozess der Zusammenlegung befindet sich ohnehin noch eher am Anfang als am Ende. So geht man im MDR davon aus, dass die Fusion der beiden Programmdirektionen erst im Jahr 2028 abgeschlossen sein wird. Neben Wirtschaftsplänen und anderen Prozessen, die zusammengeführt und harmonisiert werden müssen, wird es Lochthofen vor allem schaffen müssen, einen Gemeinschaftsgeist in den bislang unabhängigen Direktionen zu schaffen. […]

Nur ein kleines Beispiel, das zeigt, wo möglicherweise Gesprächsbedarf besteht: Der MDR ist aktuell an drei jungen Recherche-Formaten beteiligt. Das sogenannte „Team Recherche“ und „exactly“ sind redaktionell in der Programmdirektion Leipzig angedockt, „Y Kollektiv“ dagegen in Halle. Hier besteht wohl Optimierungsbedarf.

https://www.dwdl.de/magazin/105313/nach_monaten_der_blockade_mdr_durchschlaegt_den_gordischen_knoten/

Lochthofen erhielt im Rundfunkrat demnach 33 Ja-Stimmen, sechs Mitglieder des Gremiums stimmten gegen ihn.

Bis Lochthofen seine Arbeit aufnimmt, werden allerdings noch einige Wochen vergehen. Die fünfjährige Amtszeit des neuen Super-Programmdirektors beginnt am 1. April. […]

Im Zuge der Berufung Boris Lochthofens hat sich der MDR jetzt außerdem mit seinen bestehenden Beteiligungen beschäftigt und auch die Gremien darüber informiert. Dazu heißt es jetzt: Es liegen durch das neue Amt keine möglichen Interessenkonflikte vor. „Somit existiert kein Compliance-Risiko“, heißt es vom MDR. So soll Lochthofen bis zum Zeitpunkt seines Dienstantritts alle Organstellungen an seinen Unternehmensbeteiligungen abgeben.

Über die Lochthofen Beteiligungen GmbH behält er aber weiterhin eine zehnprozentige Kapitalbeteiligung an der Teutocast GmbH, die wiederum über mehrere Gesellschaften Minderheitsanteile (2 und 4 Prozent) an zwei Radiogesellschaften hält, die nicht in Wettbewerb zum MDR stehen, da sie nicht im Sendegebiet des MDR tätig. Die Rechte, die sich durch seine Beteiligung am Unternehmen ergeben, will er während seiner Zeit im MDR ruhend stellen, die Geschäftsführung der Lochthofen Beteiligungen GmbH übernimmt Lochthofens Ehefrau. An der dokSAFE GmbH (Anbieterin für Cloud-Software für Anwälte und Steuerberater, Anm.) behält Lochthofen darüber hinaus eine 0,185-prozentige Kapitalbeteiligung.

https://www.dwdl.de/nachrichten/105307/mdr_lochthofen_zum_neuen_superprogrammdirektor_gewaehlt/