Rundfunkbeitrag für Werbeschaltungen auf Instagram?
Rundfunkbeitrag für Werbeschaltungen auf Instagram?
Wie sieht’s mit den öffentlich-rechtlichen und den sog. sozialen Medien aus? Einerseits kündigte der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke kürzlich, auf einer medienpolitischen Diskussion in der CDU-Zentrale in Berlin war das, noch mal wieder die Reduzierung der Social-Media-Accounts der ARD an:
„‚Bei vielen stehen Kosten und Nutzen in keinem sinnvollen Verhältnis. Wir werden das erheblich reduzieren – wenn es nach mir geht: halbieren.‘ Nach ARD-Angaben gibt es rund 900 Accounts“,
meldet digitalfernsehen.de. Dass das die Öffentlich-Rechtlichen gerade in diesem Bereich dringend mehr Transparenz brauchen, belegt dieser sage und schreibe 55 Posts lange Thread auf … nun ja: auf Twitter. Sein Urheber Lutz Olaf ist, wie Begriffe wie „Zwangsbeitragsgeld“ nicht bloß andeuten, kein Freund der Öffentlich-Rechtlichen. Doch wie er anhand „öffentlich verfügbarer Daten von Metas Ad Transparency Plattform“, also mit Daten des Facebook-Konzerns, auf Screenshots die Werbeausgaben der Öffentlich-Rechtlichen bei Datenkraken aufzeigt, verdient Beachtung. Um etwas herauszugreifen:
„Meta listet Kampagnen für insg. 5 verschiedene ZDFinfo-Shows auf. Gesamtausgaben >€70.000. Das wird nur 1 Bruchteil der tatsächlich beworbenen Shows sein. (weil nur Werbung mit polit/gesellsch. Bezug gelistet ist). Und ZDFinfo ist nur ein kl. Spartensender des ÖRR.“
https://threadreaderapp.com/thread/1642789258162315264.html
Außer Funk, das ja auf junge Leute zielt und weitestgehend auf Plattformen wie Youtube oder Instagram setzt, gibt dort, auf Instagram, offenbar auch der eher auf ältere Leute zielende lineare Fernsehsender Phoenix Geld für Werbung aus…
Wie wär’s mit einem glasklaren Verbot, Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag zu reinen Werbezwecken an plattformkapitalistische Konzerne zu zahlen? Eventuell mit einer klar gedeckelten und idealerweise befristeten Ausnahme für Funk? Solch eine Idee könnte die anlaufende Rundfunksbeitrags-Erhöhungs-Diskussion beleben. Erst recht vor dem von Elon-Musk-Twitter noch mal wieder überdurchschnittlich deutlich gemachten Hintergrund, dass Datenkraken Reichweiten nach Belieben rauf- und runterregeln – offenkundig auch, um die Bereitschaft ihrer Kunden, für Sichtbarkeit und damit wieder mehr Reichweite zu bezahlen, zu fördern …
Quelle: Altpapier
