Rundfunkbeitrag: Wenn Prognosen in sich zusammenfallen
Der Rundfunkbeitrag soll weniger steigen als geplant. KEF korrigiert ihre Prognose drastisch nach unten. Was steckt hinter dieser überraschenden Kehrtwende?
Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat, wie an dieser Stelle berichtet, im Dezember 2025 ihre Empfehlung zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags überraschend nach unten korrigiert.
Statt der im Februar 2024 vorgeschlagenen Anhebung um 58 Cent auf 18,94 Euro soll der Beitrag nun ab dem 1. Januar 2027 nur noch um 28 Cent auf 18,64 Euro steigen, wie seinerzeit aus dem Entwurf des 25. KEF-Berichts hervorging, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Der angeblich nicht gedeckte „Finanzbedarf“ der öffentlich-rechtlichen Sender reduziert sich damit plötzlich auf ein Viertel der ursprünglich veranschlagten Summe.
Die KEF begründet ihre Neuberechnung mit drei Faktoren: Sie erwartet höhere Zinserträge bei den Sendern – der prognostizierte Zinssatz wurde von 2,25 auf 2,75 Prozent angehoben. Zudem stellte die Kommission fest, dass die Rundfunkanstalten Ende 2024 über 463 Millionen Euro mehr an ungenutzten Rücklagen verfügten als angenommen. Außerdem rechnet die KEF mit einem Anstieg der beitragspflichtigen Wohnungen von 40,5 Millionen im Jahr 2025 auf 41,4 Millionen im Jahr 2028.
Doch diese Begründungen überzeugen aber nicht alle. Wie der gut vernetzte Medienjournalist Helmut Hartung, Chefredakteur von medienpolitik.net aktuell in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt, zeichneten sich höhere Zinsen und eine sinkende Inflationsrate bereits Mitte 2023 ab.
Die wachsende Zahl von Wohnungen, die von der KEF als wichtiges Kriterium genannt werden, bezeichnet Hartung als „Wunschdenken“ – und die fetten Rücklagen der Sender seien kein Geheimnis gewesen.
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