So viel Geld investiert die ARD in deutsche Produktionen

Aufwendungen für Auftrags-, Ko- und Mischproduktionen sowie für den Erwerb von Senderechten 2024 gestiegen.

In der jüngsten Sitzung des MDR-Rundfunkrats hat Intendant Ralf Ludwig über den ARD-Produzentenbericht 2024 informiert. Der Chef des Mitteldeutschen Rundfunks ist gleichzeitig ARD-Filmintendant. Demnach hat die öffentlich-rechtliche Anstalt im vorvergangenen Jahr 886 Millionen Euro zur Herstellung von Auftrags-, Ko- und Mischproduktionen sowie für den Erwerb von Senderechten bereits hergestellter Sendungen aufgewendet. Das sind rund zehn Millionen Euro mehr als 2023.

477 Millionen Euro (54 Prozent) haben die Sender in Auftragsproduktionen investiert, 62 Millionen Euro (sieben Prozent) in Mischproduktionen, knapp 293 Millionen Euro (33 Prozent) in Koproduktionen sowie 54 Millionen Euro (sechs Prozent) in Lizenzproduktionen. Damit stiegen gegenüber 2023 die Aufwendungen für Auftrags- und Lizenzproduktionen, die für Misch- und Koproduktionen gingen zurück. Rund 75 Prozent der Investitionen gingen wie schon im Jahr davor an unabhängig produzierende Unternehmen.

Laut Bericht erfolgten die Beauftragungen der ARD-Landesrundfunkanstalten und der Degeto schwerpunktmäßig in den Genres Spielfilm (37 Prozent), Fernsehfilm/Serie (18 Prozent), Politik/Gesellschaft (zwölf Prozent) und Vorabend (elf Prozent). Laut Ludwig ging das Budget ganz überwiegend an deutsche Produzenten. Trotz ausgebliebener Beitragsanpassung sei die ARD damit weiterhin eine wichtige Auftraggeberin und verlässliche Partnerin für die deutsche Film- und Fernsehbranche.

Von den einzelnen Rundfunkanstalten hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit 106 Millionen Euro 2024 am meisten investiert. Dicht dahinter folgt der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit rund 104 Millionen Euro. Auf Rang drei liegt der Südwestrundfunk (SWR) mit 96 Millionen Euro. Den vierten Platz teilen sich der Bayrischer Rundfunk (BR) und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit jeweils 71 Millionen Euro. Der Rundfunk Berlin Brandenburg hat 24 Millionen Euro investiert, Radio Bremen 17 Millionen Euro, der Hessische Rundfunk (HR) 17 Millionen Euro und der Saarländische Rundfunk (SR) zwei Millionen Euro.

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NDR und SWR erwarten 2026 laut Haushaltsplänen Defizit

Auch beim NDR und beim SWR haben die Gremien die Haushaltspläne für 2026 genehmigt. Bei beiden Sendern werden demnach die Aufwendungen höher sein als die Erträge.

Der Rundfunkrat des NDR hat den Wirtschaftsplan des Senders in seiner Sitzung am 28. November genehmigt. Wie der NDR dem epd mitteilte, plant der Sender für das Jahr 2026 mit Erträgen in Höhe von 1,246 Milliarden Euro. Diesen stehen Aufwendungen in Höhe von 1,281 Milliarden Euro gegenüber. Der Wirtschaftsplan schließe demnach mit einem handelsrechtlichen Minus von rund 35 Millionen Euro. […]Das Geschäftsjahr 2024 hat der NDR laut Geschäftsbericht mit einem Minus von 18 Millionen Euro abgeschlossen. Gemeldet worden war Ende Juni in der Abrechnung des Wirtschaftsplans ein Defizit von 22,8 Millionen Euro. […]

Auch der SWR plant im kommenden Jahr in der Ertrags- und Aufwandsrechnung mit einem negativen Ergebnis. Erträgen von 1,364 Milliarden Euro stehen Ausgaben von 1.387 Milliarden Euro gegenüber, wie sich aus dem Haushaltsplan ergibt, der am 21. November vom SWR-Verwaltungsrat festgestellt und am 5. Dezember vom SWR-Rundfunkrat genehmigt wurde. Daraus ergibt sich ein prognostizierter Bilanzverlust von 22,5 Millionen Euro.

https://medien.epd.de/article/4164