Sparkurs beim MDR: Müssen Zuschauer bald auf Sendungen verzichten?

MDR plant weitere Einsparungen in Millionenhöhe

Wenn der Rundfunkbeitrag nicht steigt, fehlen dem MDR erhebliche Einnahmen. Deswegen wird nun eine weitere Sparrunde vorbereitet. Zugleich will der Sender näher ran ans Publikum.

https://www.spiegel.de/kultur/mdr-sender-bereitet-sparmassnahmen-vor-um-einnahmeausfaelle-zu-kompensieren-a-94f01ca5-ccfd-4d22-ab2e-72dbc575410e

Sparkurs beim MDR: Müssen Zuschauer bald auf Sendungen verzichten?

Der Streit um den Rundfunkbeitrag erreicht eine neue Eskalationsstufe. Weil die geplante Erhöhung der Gebühren bislang ausblieb, sieht sich der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) gezwungen, massiv den Rotstift anzusetzen und Sparmaßnahmen vorzunehmen. Intendant Ralf Ludwig warnt bereits vor „Einschnitten ins Eingemachte“. […]

Wir gehen längst ans Eingemachte“, sagte Ludwig lvz.de. Grund für die Sparmaßnahmen beim MDR ist vor allem die ausgebliebene Erhöhung beim Rundfunkbeitrag – und die Unsicherheit darüber, wie hoch sie künftig tatsächlich ausfallen wird. […]

„Sollten nun lediglich 18,64 Euro kommen, müssen wir bis Ende 2028 zusätzliche 30 Millionen Euro sparen“, sagte Ludwig. […]

Noch drastischer wäre die Situation, wenn der Rundfunkbeitrag gar nicht steigt. In diesem Fall müssten laut MDR-Chef sogar 60 Millionen Euro zusätzlich eingespart werden – zusätzlich zu den bereits geplanten 160 Millionen. Dann würden auch weitere Einschnitte im Programm kaum zu vermeiden sein. […]

„96 Prozent unserer Mittel fließen direkt oder indirekt ins Programm“, so Ludwig bei lvz.de. […]

Trotz der Sparzwänge möchte der MDR sein Profil schärfen. Die Zuschauer müssen sich jedoch auf eine veränderte Angebotsstruktur einstellen:

  • Qualität vor Quantität: Die Menge der Formate soll reduziert werden, um die verbleibenden Mittel effektiver zu nutzen.
  • Regionale Identität: Der Sender will sich noch stärker auf Themen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fokussieren.
  • Digitale Transformation: Freie Mittel sollen bevorzugt in die Mediathek, Apps und Online-Formate fließen, um dem veränderten Mediennutzungsverhalten gerecht zu werden.

https://www.digitalfernsehen.de/news/inhalte/fernsehen/sparkurs-beim-mdr-muessen-zuschauer-bald-auf-sendungen-verzichten-1175517/

Ludwig spricht auch über das Szenario, dass die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Regierung übernehmen und den MDR-Staatsvertrag kündigen könnte. Ihm sei unklar, was die Partei veranlasse, „so radikal vorzugehen und damit die Axt an einen Grundstein der Demokratie zu legen“. Dennoch gelte für den MDR: „Wir müssen unseren Job machen und ausgewogen berichten.“ Ludwig räumt aber ein, dass der MDR „mit den Bürgerinnen und Bürgern auch noch mehr in den Dialog gehen, ihre Sichtweisen aufgreifen und umgekehrt unsere Arbeit transparent machen“ müsse. Er sei „überzeugt davon, dass wir damit Vertrauen und Bindung weiter stärken, dass die Menschen wissen, was der MDR leistet und was sie an ihrem MDR haben“.

https://www.turi2.de/aktuell/mdr-intendant-ralf-ludwig-kuendigt-weitere-sparmassnahmen-an-und-will-mit-dem-publikum-mehr-in-den-dialog-treten/