Sprachregelungen zur Berichterstattung im Nahostkonflikt in der ARD
Spätestens nach dem Framing Manual, welches Linguistin Elisabeth Wehling vor ein paar Jahren für ein mutmaßlich exorbitantes Honorar verfasste, wurde auch dem arglosen Rezipienten bewusst, dass bestimmte Sprachregelungen und dementsprechende Handlungsanweisung an die Berichterstatter für Akzeptanz und Wohlwollen seitens des Publikums sorgen sollen. Tendenziöse Attributierung kennt der aufmerksame Zuseher bereits aus der Fülle der Berichte über geopolitische Konflikte, bei denen ganz klar GUT und BÖSE definiert wird und auch die Techniken der verdeckten Argumentation sind dem geübten Rezipienten und unseren Lesern inzwischen sattsam bekannt.
Keine Berichterstattung über den Ukrainekonklikt schaffte es seit Anfang 2022 ohne die Formeln „russischer Angriffskrieg“ oder „die von Russland überfallene Ukraine, oder „die von Russland annektierte Krim“ in die hiesigen Nachrichten. So als wäre der Rezipient nicht in der Lage selbst zu denken und Konflikte sowohl logisch als auch chronologisch einzuordnen.
„Was sind Wörter? Wörter sind neuronale Verknüpfungen zwischen gesprochenen und geschriebenen Ausdrücken und Frames, Metaphern und Narrationen. Wenn wir Wörter hören, werden nicht nur ihre unmittelbaren Frames und Metaphern aktiviert, sondern auch all die Weltsichten und assoziierten Narrationen mit ihren Emotionen werden aktiviert. Wörter sind nicht nur Wörter. Sie aktivieren einen riesigen Bereich an Gehirnmechanismen […]. Wenn Sie tagtäglich wiederholt werden, werden ausgedehnte Bereiche des Gehirns immer und immer wieder aktiviert- und das führt zu Gehirnveränderungen. Nicht löschbare Gehirnveränderungen. Einmal gelernt, kann die neue neuronale Struktur nicht einfach gelöscht werden. […] Jedes Mal, wenn diese Wörter wiederholt werden, werden all die Deutungsmuster und Metaphern und Weltsicht-Strukturen erneut aktiviert und gestärkt.“ (Quelle George Lakoff: How to make Friends and manipulate Irrational Voters. Vortrag an der New America Foundation, 02.06.2008.)
Nie werden Berufsmanipulatoren müde, dem Rezipienten neben der schnöden Information, mit Gefühlsappellen, Scheinargumenten, interessengeleiteter Selektion und Dekontextualisierung, Frame-Triggern und der strikten Vermeidung von Begriffen, die den Gegner nicht mit der gebotenen kritisch-distanzierten Haltung beschreiben, auf die Sprünge zu helfen.
Dem Herausgeber der Nachdenkseiten wurde nun ein Papier zugespielt, welches offensichtlich dazu dienen soll, die Journalisten der ARD auf eine einheitliche Sprachregelung in der entsprechenden Berichterstattung und Kommentierung zu trimmen.
„Wie bereits von der Chefredaktion festgelegt, sollten wir nicht euphemistisch von Hamas-„Kämpfern“, sondern von Terroristen schreiben und sprechen. Als Synonyme bieten sich „militante Islamisten“, „militante Palästinenser“. „Terrormiliz“ oder ähnliches an.“
https://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/231027-Glossar_Berichterstattun-gNahostkonflikt.pdf
ARD gibt mit Sprachregelung zu Nahost eine journalistische Bankrotterklärung ab

