Transparenz nur bei gesetzlicher Pflicht? ARD-Einrichtungen legen Spitzengehälter kaum offen
Transparenz nur bei gesetzlicher Pflicht? ARD-Einrichtungen legen Spitzengehälter kaum offen
Die ARD-Anstalten geben jetzt neben den Intendantensalären auch die individuellen Bezüge ihrer Direktorinnen und Direktoren an. Doch bei den ähnlich besoldeten Leitungen der ARD-Gemeinschaftseinrichtungen ist der Senderverbund weiter wenig transparent. (Paid)
Denn wie unabhängiger und vor allem hochwertiger Journalismus in Zukunft sichergestellt werden kann, hat ziemlich viel mit dem zu tun, was diejenigen, die ihn sicherstellen, in Zukunft dafür bekommen. Das gilt erst recht, wenn es nicht nur um die Gehälter von Führungskräften und Festangestellten, sondern auch um die Honorare der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht, ohne die das Programm im öffentlich-rechtlichen Mediensystem ziemlich mau aussähe. […]
Aus der Binnensicht der Anstalten mag es ja eine große Leistung und höchst fortschrittlich sein, schon jetzt im Spätsommer 2023 die Auflagen in Sachen Gehälter-Transparenz zu erfüllen, die der neue Medienstaatsvertrag erst ab Anfang 2024 verbindlich vorschreibt. Fast ein halbes Jahr früher als ohnehin gemusst! Starke Leistung? Nicht wirklich, denn weiter darüber hinausgehen mag in Sachen Transparenz natürlich niemand. Und auf die Idee, jetzt auch die Gehälter, Zusatzleistungen und Versorgungsarrangements der Direktionsebene namentlich zu veröffentlichen sind die Anstalten ja nicht etwa selbst gekommen. Sie beugen sich mal mehr, mal weniger zähneknirschend den Auflagen der Politik.
In der breiteren Öffentlichkeit verstärkt das schlicht den Eindruck, die Öffentlich-Rechtlichen würden von sich aus gar nichts gucken lassen, müssten stets von der Politik zum Jagen getragen werden – und erfüllten auch dann nur das absolute Minimum. […]
Für die Geschäftsführungen der Gemeinschaftseinrichtungen der ARD bestehe keine gesetzliche Verpflichtung, die Gehälter offen zu legen, teilt die ARD mit. Und schon ist er wieder da, dieser Eindruck, die machen nur, was sie unbedingt müssen. „Wenn trotzdem solche Angaben veröffentlich werden, geht dies jeweils auf individuelle Entscheidungen der betroffenen Personen zurück“, schreibt ein ARD-Sprecher. (Paid)
Hinweis: Die Ministerpräsidenten können die Transparenz der AT-Gehälter für die ARD-Anstalten festschreiben, so wie sie es schon für das ZDF (2015) und das Deutschlandradio (2016) getan haben. Zudem können Sie per Staatsvertrag/Gesetz diese Transparenzvorgaben auf die Töchter und Beteiligungen ausweiten.
