Über 500 Organisationen fordern bundesweite Zukunftsoffensive für ARD-Programm COSMO

Einmaliges Großbündnis warnt die ARD davor, einen großen Teil der migrantischen Bevölkerung zu vernachlässigen.

Es ist ein historischer Moment: Noch nie hat sich die deutsche Einwanderungsgesellschaft in dieser Breite und Geschlossenheit für medienpolitische Forderungen zusammengeschlossen. Mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland hat eine Migrationsgeschichte. Der offene Brief vereint große bundesweite Dachverbände wie die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO), Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst), den Bundesverband russischsprachiger Eltern, die neuen deutschen organisationen (ndo) und die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD). Flankiert wird das Bündnis von einer enormen gesellschaftlichen Breite: Von der Initiative 19. Februar, der Bildungsinitiative Ferhat Unvar, der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) über den Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften, kurdische Initiativen, Verbände der Sinti und Roma bis hin zu italienischen Comites. Auch Stimmen aus Medien, Kultur, Wissenschaft und Politik, darunter die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, das Grimme Institut und der Deutsche Musikrat, unterstützen den Appell. […]

Drei Kernforderungen an die ARD

Das Bündnis fordert transparente Antworten auf strategische Kernfragen:

  1. Ausbau statt Abwicklung: COSMO muss als ARD-Kooperationsprogramm mit bundesweiter Reichweite weiterentwickelt werden – als modernes crossmediales Angebot für eine vielfältige Gesellschaft. Dazu gehört auch, dass muttersprachliche Angebote im öffentlich-rechtlichen Radio weiterhin sichtbar und hörbar bleiben.
  2. Transparenz bei der Reichweite: Die ARD muss zeitnah darlegen, wie sie feststellt, ob und wie sie im Sinne ihres Auftrags die Bevölkerung mit Migrationsgeschichte erreicht und wie sie dies evaluiert.
  3. Strukturelle Verankerung: Die ARD muss erklären, welche Rolle die plurale Einwanderungsgesellschaft in ihrer Gesamtstrategie hat.

https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/pressemitteilung/einschalten-gegen-das-abschalten

Cosmo als bundesweiter ARD-Sender? Offener Brief von über 500 Organisationen

https://www.deutschlandfunk.de/cosmo-als-bundesweiter-ard-sender-offener-brief-von-ueber-500-organisationen-100.html

Offener Brief

https://mcusercontent.com/5d8ad3af9f28c8dbbae5a057a/files/fa2f7c5d-f836-69af-cd45-ed93ff27eaa9/Offener_Brief_COSMO.pdf


Anmerkung: Diese Sache erinnert an das fatale Aus der beliebten Radiosendung 2254-Nachtgespräche im DLF. Es ist zwar ein komplett anderes thematisches Feld, aber dieselbe übergriffige Methode über die Köpfe vieler Beitragszahler hinweg.

Die Sendung „2254“ war eine beliebte Hörer-Mitmachsendung, die von Herbst 1991 bis zum 20. Juni 2014 im Programm von Deutschlandradio Kultur lief. Der Name der Sendung leitete sich von der kostenfreien Telefonnummer 00800 2254 2254 ab, unter der Hörer live ihre Meinung zu aktuellen Themen äußern konnten. Die interaktive Talkshow wurde im Zuge einer Programmreform vom Sender offiziell abgesetzt, woraufhin Hörer vergeblich mit Petitionen um den Erhalt der Sendung kämpften. Vorausgegangen war der Streichung des Formats eine Studie mittels Befragung von 4000 Hörern des DLF, deren Inhalte der damalige Intendant als Betriebs- und Geschäftsgeheimnis deklarierte und eine transparente Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit ablehnte. Auch eine Petition und das besondere Engagement eines blinden Journalisten, welcher die nahezu barrierefreie Sendung als wichtigen Beitrag zur Partizipation Sehbehinderter einstufte, halfen nichts. Als Ersatz für die beliebte Sendung läuft bis heute nächtliche Dudelmusik in Dauerschleife.