Wahlumfragen beeinflussen das Abstimmungsverhalten

Medien sollten mit Wahlumfragen vorsichtiger umgehen.

Wahlumfragen bilden nicht nur Stimmungen ab, sondern beeinflussen auch das Abstimmungsverhalten, schreibt Detlef Esslinger. Zuletzt hätten insbesondere die Grünen davon profitiert. Meinungsforscher und Medien sollten stärker betonen, dass es sich um Momentaufnahmen handle und die Fehlertoleranz deutlicher machen.

Die Umfragen der Demoskopen beschreiben nicht nur die Stimmung im Land. Sie formen auch die Realität und beeinflussen, wie die Menschen bei Wahlen abstimmen. Die Grünen profitieren derzeit davon und erzielen Werte wie selten. Vor der Bayernwahl schnitten sie von Woche zu Woche besser ab. Nach welcher Formel Meinungsinstitute Antworten gewichten, ist allerdings deren Betriebsgeheimnis.

Aber auch klassische Institute und Medien ziehen Kritik auf sich – weil die Institute nur im Kleingedruckten und Medien oft gar nicht mitteilen, dass Umfragen nur Momentaufnahmen, aber keine Prognosen sein können. Die „Fehlertoleranz“ liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten.