WDR-Muster bei der Reform
WDR-Muster bei der Reform: Schwächung der mittleren Führungsebene, Schwächung von Fachleuten
In den Redaktionen ist von „Entmachtung der Studios“ die Rede – beziehungsweise davon, dass die Zentrale sich nun größeren Einfluss auf die „eigenmächtigen Reiche“ der Peripherie verschaffe. Untypisch für den WDR sei das nicht, vielmehr eine „nachträgliche Angleichung an die pyramidenartige Struktur des Newsrooms“. Woran es bei den Zeitungen in Stuttgart offenbar mangelt, davon gibt es beim WDR zu viel.
Ein WDR-Muster ist bei der Reform auf jeden Fall erkennbar. Wichtige Bestandteile dieser Strategie: Schwächung der mittleren Führungsebene, Schwächung von Fachleuten. Die Strukturen würden „flacher und agiler“, verspricht hingegen Gabi Ludwig, Chefredakteurin der NRW-Landesprogramme. Zu befürchten ist, dass mit einer Hierarchieebene mehr das Gegenteil passiert. Ludwig begründet den Umbau so: Man wolle im Digitalen „mehr regionale Angebote machen“. Mehr im Digitalen – das klingt gut, dagegen lässt sich nichts sagen. Leider haben öffentlich-rechtliche Manager in den vergangenen Jahren eine Meisterschaft darin entwickelt, mit solchen Schlagworten Prozesse zu verschleiern, die den Programmen inhaltlich nicht gutgetan haben.
https://www.newsroom.de/news/aktuelle-meldungen/vermischtes-3/entmachtet-der-wdr-seine-studioleitungen-950620/
