WDR will Programmangebot mehr als halbieren – alles außerhalb der „Kernzeit“ auf dem Prüfstand

Der WDR stellt sein Programm grundlegend um: Fast 400 Angebote sollen perspektivisch wegfallen. Künftig sollen 45 Prozent der Ressourcen online fließen – das lineare Fernsehen wird deutlich zurückgefahren.

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WDR arbeitet an Reduzierung der Programmangebote

Der WDR will seine Programmangebote deutlich reduzieren und vor allem im Digitalen im Vergleich zu den Angeboten von Verlagen Boden gutmachen. Derzeit arbeitet die Geschäftsleitung an einem Plan.

Der WDR plant eine umfassende Neu-Aufstellung seiner Programmangebote. Nach einer internen Analyse zum „Portfolio-Management“ wird derzeit das komplette Programm in Fernsehen, Hörfunk und Internet auf seine Zukunftsfähigkeit geprüft. Intendantin Katrin Vernau hatte im April im Rundfunkrat gesagt, der Sender wolle seine Programmangebote bis 2030 von derzeit mehr als 600 auf maximal 300 reduzieren.

Der WDR wolle „digitale Heimat der Menschen im Westen“ werden, sagte Vernau dem epd: „Das ist unsere Vision im WDR, die uns bei allen Entscheidungen leitet.“ Der Sender müsse für die Menschen „Alltagsbegleiter werden und ihnen auch für die nonlineare Nutzung Formate anbieten, die sie nur bei uns bekommen“.

Um im Digitalen erfolgreicher zu werden, sollen im Jahr 2030 45 Prozent der Ressourcen – also Etat, Personal- und Produktionskapazitäten – für nonlineare Angebote eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr flossen 24 Prozent in digitale Angebote.

Federn lassen muss insbesondere das lineare Fernsehen. Um dessen Anteil von derzeit 58,1 auf 39 Prozent zu drücken, will sich der WDR auf die Kernzeit der linearen Nutzung zwischen 17 Uhr und 22.15 Uhr konzentrieren […]

Der WDR will nach Angaben von Cario auch in Zukunft seinen Pflichtanteil innerhalb der ARD erfüllen. Der Kölner Sender liefert derzeit 21 Prozent des Gemeinschaftsprogramms Das Erste und der ARD-Mediathek. […]

Beim linearen Hörfunk soll es ebenfalls Änderungen geben, die allerdings weniger tiefgreifend ausfallen werden. Der Anteil des Bereichs „Audio linear“ an den eingesetzten Programm-Ressourcen soll von derzeit 17,8 Prozent auf 16 Prozent sinken.

Wie Vernau im April im Rundfunkrat ausführte, sollen von den derzeit mehr als 600 Angeboten im Jahr 2030 nur noch 220 bleiben. 80 neue Angebote sollen hinzukommen. Demnach würden knapp 400 derzeit existierende Programmangebote eingestellt. […]

Beim Personalrat stößt das Vorgehen des WDR auf Kritik: „Die Verfahrensweise könnte besser sein, transparenter, offener“, sagte der Personalratsvorsitzende David Jacobs dem epd. Bei der Entwicklung des Programmportfolios der Zukunft seien weder die Beschäftigten noch ihre Interessenvertretung einbezogen worden. „Das ist schade. Es hätte andere Möglichkeiten geben können, die Beschäftigten mitzunehmen.

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