Wer Transparenz hasst, wird die Korrekturen-Seite der „Tagesschau“ lieben
Wer Transparenz hasst, wird die Korrekturen-Seite der „Tagesschau“ lieben
Die Redaktion hinter der „Tagesschau“ hat eine Seite für Korrekturen eingeführt. Was nach mehr Transparenz klingt, sorgt in der Realität aber eher für noch mehr Verwirrung. Auch, weil die Redaktion gar kein echtes Interesse an der Aufarbeitung ihrer Fehler zeigt. […]
Die Korrekturen-Seite von „ARD aktuell“, der NDR-Redaktion hinter der „Tagesschau“, ist nur aus einem Grund kein GAU: weil sie immer noch mehr Transparenz schafft als das „Tagesschau“-Blog, das schon verwaist und veraltet war, lange bevor die neue Seite überhaupt in den Startlöchern stand. […]
Nur führt die Vielzahl der kleineren Korrekturen auf der ARD-Seite dazu, dass die wirklich wichtigen Korrekturen in einem Wust von Irrelevanz untergehen. Der Versuch Transparenz zu schaffen, wird so in der Realität zu einer unübersichtlichen Transparenz-Diffusion. […]
Ein weiteres Absurdum der Seite: Korrekturen von Social-Media-Inhalten werden zwar auch dargestellt, aber anders als das gemischte Allerlei es sonst vermuten lässt, gesondert und weit unten auf der Seite.
Das ist mindestens eigentümlich: Gerade Fehler in sozialen Netzwerken können viele verschiedene Menschen erreichen – Falschinformationen sind hier besonders schwer wieder einzufangen. Diese Korrekturen ganz ans Ende der Seite zu packen, verrät vielleicht eine ganze Menge mehr über die angebliche Ernsthaftigkeit, mit der man in der „ARD-Aktuell“-Redaktion die Fehlertransparenz verbessern möchte.
Damit wirkliche Transparenz hergestellt wird, müsste die Redaktion hinter der „Tagesschau“ den Anspruch haben, Fehler zu erklären, im Zweifel auch mal weiter auszuholen. Damit interessierte Zuschauer*innen eine Chance haben, die Probleme und ihre Entstehung zu verstehen. Die Korrekturen-Seite wäre eine Möglichkeit dafür. In Wahrheit ist sie eine bloße, ambitionslose Aneinanderreihung von Anmerkungen der Redaktion.
