Verdrehte Fakten: In Dunja Hayalis Doku sind Deutsche eine Gefahr für Migranten

In ihrer Sendung „Am Puls“ befasst sich Hayali mit dem Sicherheitsgefühl der Deutschen. Doch statt nüchtern zu analysieren, werden Täter verharmlost und Ängste als diffuse Empfindung dargestellt.

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Die Reportage folgt einem Muster. Jeder Hinweis auf reale Probleme wird sofort relativiert, jeder statistische Befund mit einem Aber versehen. Ja, Messerkriminalität nimmt zu, aber ein Zusammenhang mit Migration sei wissenschaftlich nicht nachweisbar. Ja, Frauen fühlen sich nachts unsicher, aber schuld daran sind genauso deutsche Männer auf Junggesellenabschieden. Ja, es gibt islamistische Anschläge, aber der Täter von Magdeburg sei doch auch ein AfD-Sympathisant gewesen. So werden Sachverhalte nicht erklärt, sondern in eine beruhigende Erzählung eingebettet: Gewalt ist universell, Ursachen sind sozial, der biografische Hintergrund ist irrelevant. Diese vermeintliche Irrelevanz der Herkunft verdeutlicht Hayali anhand einer plakativen Gegenüberstellung: „Messerstecher Ali“ versus „Messerstecher Uwe“.

Besonders irritierend ist Hayalis Umgang mit der Polizei. In Bremen begleitet sie Beamte auf einer Streife und zeigt sich überrascht über die Überlastung, langwierige Kontrollen und die gesetzlichen Einschränkungen der Einsatzkräfte. „Dass die Polizei so gegen Windmühlen kämpft, war mir nicht klar“, kommentiert sie. Dass ausgerechnet eine Journalistin, die sich als „am Puls“ versteht, offenbar erst jetzt merkt, wie überlastet die Sicherheitskräfte sind, wirkt weltfremd – und sagt mehr über die Blase der Erzählenden aus als über die Lage im Land.
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https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/am-puls-mit-dunja-hayali-wenn-angst-zur-einbildung-wird-und-der-oerr-die-realitaet-verschleiert-li.2351647