Doch keine „Rechtsdrift“? ÖRR verfehlt Informationsauftrag
Letzte Woche noch schlug der ÖRR Alarm zu einer angeblichen Rechtsdrift der Gesellschaft: „Immer mehr Deutsche teilen laut einer Studie rechtsextreme Einstellungen. Demnach hat sich ihr Anteil im Vergleich zu den Vorjahren praktisch verdreifacht“, war zu lesen auf Tagesschau.de. Andere Formate des ÖRR verbreiteten diese vermeintlich alarmierenden Befunde, die im Rahmen der neuen „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung am vergangenen Donnerstag vorgestellt wurden. Die Forschergruppe hatte einen sprunghaften Anstieg von 5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2021 festgestellt. Die Studie ist in Aufmachung und Methodik umstritten. R21 hatte darüber berichtet.
Ein paar Tage später sendet die ARD ganz andere Töne: Laut neuem ARD-Deutschlandtrend Extra haben „ausgeprägt rechte oder rechtsextreme Einstellungen seit 2016 nicht zugenommen“. Von einer Verdreifachung ist keine Rede mehr. Seit Jahren stagniert der Wert bei rund 8 Prozent. Befragt wurden 1.326 Menschen nach repräsentativen Maßstäben. Es wurden identische Fragen zu denen der Mitte-Studie gestellt.
https://www.oerr-denkfabrik-r21.de/post/doch-keine-rechtsdrift-%C3%B6rr-verfehlt-informationsauftrag
