MEEDIA-Analyse 2023: Kevin Kühnert ist der neue Talkshowkönig

MEEDIA-Analyse 2023: Kevin Kühnert ist der neue Talkshowkönig

CDU-Politiker Norbert Röttgen hat seinen Titel des Talkshowkönigs, den er 2022 Karl Lauterbach abgenommen hatte, wieder verloren. Der Mensch mit den meisten Einladungen in „Anne Will“, „Hart aber fair“, „Maischberger“, „Maybrit Illner“ und „Markus Lanz“ hieß 2023 stattdessen Kevin Kühnert. Auf Platz 2 folgt „Welt“-Journalist Robin Alexander. Top-Thema des Jahres: erneut der Ukraine-Krieg.

18 mal war der SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert im Jahr 2023 in den fünf großen Talkshows des Ersten und des ZDF zu Gast: dreimal bei „Anne Will“, einmal bei „Hart aber fair“, zweimal bei „Maischberger“, sechsmal bei „Maybrit Illner“ und sechsmal bei „Markus Lanz“. Damit steigerte Kühnert die Zahl seiner Auftritte im Vergleich zum Vorjahr minimal – von 17 auf 18. Damals landete er allerdings nur auf Rang 4, diesmal reichte es für den Titel Talkshowkönig 2023.

Norbert Röttgen, der 2022 noch mit 21 Auftritten gewonnen hatte, findet sich diesmal mit nur noch elf Auftritten auf dem geteilten 12. Rang. Noch deutlicher hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach seine Talkshow-Präsenz heruntergeschraubt. 2021 hatte er die Wertung mit sagenhaften 40 (!) Auftritten gewonnen, 2022 lag er mit 15 noch auf Platz 6, 2023 war er nur noch siebenmal zu Gast und findet sich damit auf dem geteilten 31. Platz wieder. […]

Das meistdiskutierte Thema war wie 2022 der Ukraine-Krieg. In den monothematischen Sendungen „Anne Will“, „Hart aber fair“ und „Maybrit Illner“ wurde 20 mal über den Konflikt gesprochen. 2022 waren es allerdings noch 43 Sendungen zum Ukraine-Krieg, zudem 19 zur damit in Verbindung stehenden Gas-/Öl-/Energie-Krise. 2023 wurde wieder stärker über innenpolitische Themen gesprochen. So finden sich auf dem geteilten zweiten Rang die Klima- und Energiepolitik, insbesondere in Zusammenhang mit dem Heizungsgesetz, sowie die Flüchtlings- und Asylpolitik. Am Ende des Jahres sprangen dann noch zwei neue Themen auf die Ränge 4 und 5: die dramatischen Geschehnisse in Israel und dem Gaza-Streifen, sowie das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Bundeshaushalt. […]

Waren 2022 noch 134 SPD-Politiker und -Politikerinnen zu Gast in den fünf Sendungen, waren es 2023 nur noch 116. CDU und CSU steigerten sich hingegen von 123 auf 143 Einladungen. Auf dem dritten Rang vergrößerten die Grünen ihren Vorsprung auf die FDP, die 2022 noch 80 mal eingeladen wurde. Leichte Verluste bei den Auftritten gab es bei den Linken. Hier wurden auch noch einzelne Sahra-Wagenknecht-Auftritte nach ihrem Austritt aus der Partei mitgezählt. Die AfD wurde 2023 achtmal statt zweimal eingeladen, Politiker der Freien Wähler, insbesondere Hubert Aiwanger, siebenmal.
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