25 Jahre Kinderkanal KIKA: Qualitätsfernsehen, das Kinder ernst nimmt
Der Kinderkanal von ARD und ZDF, KIKA, feiert sein 25-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum blicken die Verantwortlichen zurück auf ein Stück gesamtdeutsche Mediengeschichte – und zuversichtlich in die Zukunft. Experten loben, wie der Sender Kindern hilft, die Welt zu verstehen.
https://www.deutschlandfunk.de/25-jahre-kinderkanal-kika-100.html
Kika wird 25: Wie sieht die Zukunft des Kinderkanals aus?
Der Kika wird 25 Jahre alt. Der Kinder- und Jugendkanals von ARD und ZDF will seinen Geburtstag unter anderem mit neuen Produktionen und digitalen Weiterentwicklungen begehen.
Auch soll im Frühjahr ein Redaktionsrat mit zehn Kindern ins Leben gerufen werden. Im Moment laufe die Bewerbungsphase, die sich an Kinder zwischen 9 und 13 Jahren richte, sagte Kika-Programmgeschäftsführerin Astrid Plenk am Donnerstag in Erfurt. Man wolle über das gesamte Geburtstagsjahr hinweg „noch stärker versuchen, Kinder in die Arbeiten des Kikas einzubinden und mit entscheiden zu lassen“. … MDR-Intendantin Karola Wille sagte: „Ich bin mir ganz sicher, dass der Bedarf und die Existenz eines öffentlich-rechtlichen Kinderangebotes unbestritten ist.“ Der Kika vermittle bis heute Wissen und Werte und sei mit seinen Einordnungen „wichtiger denn je“.
ZDF-Intendant Thomas Bellut betonte: „Wir stehen 100 Prozent hinter diesem Angebot.“ Das Programm werde zugleich stetig überprüft und überarbeitet, fügte Wille hinzu. So habe man sich in den vergangenen Jahren etwa mit mehr starken Mädchen in der Heldenrolle diverser aufgestellt. „Da hat sich eine ganze Menge geändert“, so Wille.
Mit Bernd das Brot und der Maus gegen YouTube und TikTok
Seit 25 Jahren behauptet sich der öffentlich-rechtliche Kinderkanal erfolgreich am Markt. Doch die Konkurrenz lauert längst nicht mehr nur im Linearen. Ein Vorteil: An Vertrauen von Jung und Alt mangelt es nicht. … Klar ist: In der digitalen Welt muss sich der Kika gegen mehr Konkurrenz behaupten denn je. Dass dies gelingen kann, zeigen die jüngsten Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, auf die der Sender stolz verweist. Demnach belegen die Online-Angebote des Kika unter den 6- bis 13-Jährigen mit 28 Prozent den zweiten Platz hinter YouTube, aber noch vor TikTok und WhatApp.
Dass es noch einiges zu tun gibt, zeigt gleichzeitig jedoch der Blick in die Mediatheken von ARD und ZDF, in denen der Kika bislang nicht so recht vertreten ist. …
Um die junge Zielgruppe nicht aus dem Blick zu verlieren, hat der Kika angekündigt, ab Frühjahr auf einen sogenannten „Kinder-Redaktionsrat“ setzen zu wollem. Interessierte Neun- bis Zwölfjährige können sich dafür bewerben, um gemeinsam mit Redakteurinnen und Redakteuren des Senders an Programm-Projekten mitzuwirken. Partizipation spielt auch im zweiten Halbjahr eine Rolle, wenn mit „Frag Kika“ ein digitales Dialog- und Informationsangebot für interessierte Eltern, das sich Medienthemen widmen wird.
https://www.dwdl.de/magazin/86118/mit_bernd_das_brot_und_der_maus_gegen_youtube_und_tiktok/
Und der Grundgedanke des Kika habe sich seit der Gründung des Programmes nicht verändert: hochwertiges, vielfältiges Kinderfernsehen, das werbe- und gewaltfrei ist.
Das sei die DNA des Kika bis heute. Am 1. Januar 1997 ging der Kika mit Sitz in Erfurt an den Start, damals eine mutige Standortentscheidung für die neuen Bundesländer, durchaus mit Gegenwind, wie Bellut hervorhob. Nun wird nach vorne geschaut. Kika-Programmgeschäftsführerin Astrid Plenk folgerte, dass das beliebteste Medienangebot für Kinder im linearen TV-Programm gestärkt und zugleich das digitale Angebot weiterentwickelt werden müsste. Dazu solle der Kika-Player im zweiten Halbjahr 2022 neu gestartet werden. …
Es gelte in diesem Sinne, so Plenk, die Säule Bildung weiter zu stärken, auch interaktiv mit einer Wissens- und Quiz-App. Die Kika-Angebote passten sich an die sich verändernden Bedürfnisse und Fragen der Kinder immer wieder an.
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/25-jahre-kika-mal-nicht-gestreamt/27973134.html
Legt man die Kika-Sendezeit zugrunde, dann lag der Kika 2021 mit einem Marktanteil von 16,4 Prozent zum dritten Mal in Folge in seiner Kernzielgruppe, den 3- bis 13-Jährigen, vor der privaten Konkurrenz. Selbst bei den sogenannten Pre-Teens, also den 10- bis 13-Jährigen, bei denen der Kika nicht unbedingt als cool gilt, war zuletzt ein zweistelliger Marktanteil drin – womit sich der Kika noch vor ProSieben platzierte, wie Kika-Chefin Astrid Plenk nicht ganz ohne Stolz erwähnte.
https://www.dwdl.de/magazin/86118/mit_bernd_das_brot_und_der_maus_gegen_youtube_und_tiktok/
Hinweis der Redaktion: In einer Protokollerklärung zum 8. Rundfunkänderungsstaatsvertrag (2004), der am 1.4.2005 in Kraft trat, heißt es: „Entsprechend der Selbstverpflichtung von ARD und ZDF gehen die Länder davon aus, dass die Sendezeit des Kinderkanals mit Sitz in Erfurt bis 21.00 Uhr begrenzt bleibt, weil diese Grenze im Hinblick auf die Fernsehnutzung der Kinder angemessen ist.“
Als 2009 eine Sendezeiterweiterung von 21 auf 22 Uhr diskutiert wurde, gab es massive Kritik von den privaten Sendern und deren Interessenvertretungen (damals: VPRT, heute VAUnet).
Mit der Flexibilisierung können die Sender weiterhin selbst entscheiden, in welchem Zeitfenster der Kinderkanal ein lineares Fernsehprogramm ausstrahlen soll. Eine Sendezeiterweiterung eines bestehenden Angebots ist mit der bestehenden Regelung nicht ausgeschlossen. Allerdings ist klar, dass so Mehrkosten entstehen werden. Dies ist jedoch nicht verboten, da Mehrkosten nur dann nicht entstehen dürfen, wenn das Angebot in den Bereich der Telemedien überführt wird.
Hinweis der Redaktion 2: In der Kindheit werden Hör- und Sehgewohnheiten sowie Nutzungsmuster geprägt. Vor diesem Hintergrund investieren die öffentlich-rechtlichen Sender zu wenig in Kinderangebote – ca. 100 Mio. Euro bei einem Ausgabevolumen von über 9 Mrd. Euro.
