ARD und ZDF werden ab 2021 teurer

Über Gebühr: ARD bescheiden, ZDF will mehr Geld

Während sich die ARD bei der aktuellen KEF-Anmeldung offenbar spürbar zurück gehalten hat, geht das ZDF in die Vollen. Und die Medienpolitik spielt dabei ein durchsichtig-doppeltes Spiel.

Laut ARD-Insidern liegt der jetzt bei der KEF in Rechnung gestellte Mehrbedarf der Arbeitsgemeinschaft nur bei rund einem Drittel der ursprünglich mal von Wilhelm in den Ring geworfenen Summe. Das wäre wirklich eine Anmeldung mit Augenmaß.

Ganz anders soll es sich allerdings beim ZDF verhalten: Die Mainzer hätten bei ihrer KEF-Anmeldung „aus dem Vollen“ geschöpft, heißt es hier – und das dürfte in der ARD für richtig gute Laune sorgen. Dabei sollten solche Kapriolen vom Lerchenberg dem ein oder anderen in der ARD nicht ganz unbekannt sein – es wäre schließlich nicht das erste Mal. … ZDF-Verwaltungsrat wären. Dieses 12-köpfige Gremium berät und kontrolliert das Zweite – vor allem in Sachen Geld: „Zentrale Aufgabe des Verwaltungsrates ist die Überwachung der Finanzen und Investitionen des ZDF“, heißt es auf der Homepage des Senders. Die KEF-Anmeldung dürfte logischerweise also dazugehören. Im ZDF-Verwaltungsrat sitzen auch viele hochrangige Ländervertreter. Genauer gesagt: Neben Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woitke ein gewisser Markus Söder, Malu Dreyer und noch Sachsens Ex-MP Stanislaw Tillich. Wie war das doch gleich mit der Ländersicht und der moderaten Anmeldung?

https://kress.de/news/detail/beitrag/142768-ueber-gebuehr-ard-bescheiden-zdf-will-mehr-geld.html

Wo liegen die Baustellen des Senders?

Am kommenden Donnerstag entscheidet sich, wer den SWR in Zukunft leiten wird: Welche Probleme kommen auf den Nachfolger des SWR-Intendanten Peter Boudgoust zu? Und in welchen Bereichen steht der Sender im ARD-Vergleich gut da?

Der SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner, der ursprünglich auch Intendant werden wollte, seine Kandidatur fürs Hochamt aber später zurückzog, schrieb dazu in einem Brief an die Rundfunk- und Verwaltungsräte: Das „Gegeneinander von Direktionen und Standorten“ – also Stuttgart, Mainz, Baden-Baden – habe „in den letzten Jahren stark zugenommen.“ Während etwa der Vier-Länder-Sender NDR mit Hamburg einen eindeutigen Hauptstandort hat, ist die Frage beim Zwei-Länder-Sender SWR mehr als 20 Jahre nach der Fusion zwischen Süddeutschem Rundfunk (SDR) und Südwestfunk (SWF) für viele immer noch nicht geklärt.

Das „Gegeneinander von Standorten“ beziehungsweise die Animositäten zwischen SWR-Führungskräften unterschiedlicher regionaler Lager bekommen manchmal auch freie Filmemacher zu spüren. …. Autor Lamby lobt die Freiheit, die Dokumentarfilm-Autoren beim SWR genießen: „So wünsche ich mir öffentlich-rechtliches Fernsehen.“

In diesem Bereich findet Boudgousts Nachfolger also keine Baustellen vor. Das dürfte auch für das Kinder- und Jugendfernsehen gelten, in der entsprechenden Kategorie des Grimme-Preises erhielt der Sender in diesem Jahr zwei von drei Auszeichnungen.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.swr-vor-intendantenwahl-wo-liegen-die-baustellen-des-senders.62254621-9d46-4364-83c2-4e47ee4ad404.html

Hinweis: Dank der Otto-Brenner-Stiftung kann man das Fernsehprogramm des SWR für die Jahre 2012 und 2018 miteinander vergleichen. “Von allen Dritten Programmen bietet der SWR aktuell mit 5 Prozent den geringsten Anteil an politischer Publizistik und gesellschaftlich-kontroversen Themen, denen aus Sicht des im Rundfunkstaatsvertrag verankerten Auftrages eine besondere Bedeutung zukommt. Der Wert beim rbb liegt hier mehr als doppelt so hoch (12 Prozent). …. Waren beim SWR 2012 24 Prozent für Unterhaltung festgestellt worden, liegt der Wert nun bei 37 Prozent, der rbb liegt mit 34 Prozent nur knapp dahinter.”

ARD und ZDF werden ab 2021 teurer

Auf Haushalte kommt ab 2021 ein höherer Rundfunkbeitrag zu. Sachsen-Anhalts Landesregierung hofft auf 17,98 Euro. Die Sender peilen mehr an.

Wo der Preis hingeht, dürfte klar sein: nach oben. ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte schon mal gerechnet: Gäbe es das Finanzpolster nicht, läge der Monatsbeitrag jetzt schon bei 18,35 Euro. Auch der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm nannte eine Erhöhung unausweichlich.

„Wir hoffen, dass der Beitrag unter 18 Euro bleibt – denn wir brauchen Beitragsakzeptanz.“
Die Intendanten seien gefordert zu sparen. Robra hält weitere Kooperationen für angebracht. So könnten zum Beispiel „tagesschau 24“, „Phoenix“ und „zdf-info“ zu einem Nachrichtenkanal verschmelzen

Nun könnte ein Kompromiss so aussehen: Für 2023/24 und 2025/26 soll erstmals das Indexverfahren probiert werden. Dann ermittelt wieder die KEF den Beitrag, um zu sehen, ob der Index zu teuer oder zu niedrig war.

Das letzte Wort haben im 2020 die Bundesländer. Sachsen-Anhalts Landtag hat schon beschlossen: Die Beiträge sollen stabil bleiben. „Angesichts der Leistung ist ein höherer Beitrag nicht zu vermitteln“, sagt Steffen Gebhardt (Linke). Das Programm sei voll mit Wiederholungen, Quizsendungen und Billigproduktionen.

https://www.volksstimme.de/deutschland-welt/politik/rundfunkgebuehren-ard-und-zdf-werden-ab-2021-teurer