SWR-Chef gewählt: Es ist ein Mann

SWR-Chef gewählt: Es ist ein Mann

Enges Rennen bei SWR-Intendantenwahl: Gniffke übertrumpft Schneider

https://kress.de/news/detail/beitrag/142803-neuer-swr-intendant-kai-gniffke-uebertrumpft-stefanie-schneider.html

Kai Gniffke ist von den Gremien des SWR zum neuen Intendanten der Rundfunkanstalt gewählt worden. Nachdem er im ersten Wahldurchgang noch keine Mehrheit erreichte, setzte er sich im zweiten Anlauf recht deutlich durch.

https://www.dwdl.de/nachrichten/72442/tagesschauchef_kai_gniffke_zum_swrintendanten_gewaehlt/

Neuer SWR-Chef wird Kai Gniffke, bisher Chefredakteur der Tagesschau. Die Delegierten entschieden gegen die Frau aus dem eigenen Haus.

Stefanie Schneider war als Landessenderdirektorin eine interne Bewerberin. Sie hatte vorweg ihre Erfahrung mit Reformprozessen in den SWR-Häusern herausgestrichen. Gniffke setzte dagegen eher auf eine erstaunlich konkret ausformulierte Zukunftvision. ….

Schneider sprach eher wie eine, die ihren Laden nicht verunsichern will. Mehr „Das läuft schon gut“ als „Das müssen wir ändern“. „Unsere linearen Programme sind immer noch sehr erfolgreich“, so Schneider.

Dennoch forderte auch sie „ein konzeptionelles Update“, blieb aber vage. Gniffke dagegen ließ die Damen und Herren ein bisschen von Silicon Valley träumen. Der SWR solle „Pacemaker in Sachen Digitalisierung“ werden. „Das crossmediale Denken müssen wir stärker mit Leben füllen, viel mehr Kraft in die Digitalen Plattformen stecken“. Dazu gehöre eine stärkere Schwerpunktsetzung. Zugunsten neuer Kanäle müsse man auch mal anderes liegen lassen können.

Konkret stellt sich Gniffke ein Innovationszentrum am Standort Baden-Baden vor, der den Kreativlaboren von Plattformen wie YouTube oder dem von Startups nachempfunden sein soll. …

Und schließlich verspricht Gniffke, Führungspositionen im SWR gleich häufig mit Männern und Frauen zu besetzen.

http://www.taz.de/Kai-Gniffke-zum-SWR-Chef-gewaehlt/!5597555/

In seiner Bewerbungsrede hatte Gniffke gesagt, der SWR müsse zum „Innovationstreiber Nummer 1 werden“ und in Baden-Baden ein Labor dafür aufbauen. Es gehe darum, neue Videoformate zu entwickeln, sich mit der Start-up-Szene zu vernetzen und die digitalen Kanäle und sozialen Medien besser zu bespielen.

https://kress.de/news/detail/beitrag/142803-neuer-swr-intendant-kai-gniffke-uebertrumpft-stefanie-schneider.html

In ihren jeweils rund 15-minütigen Reden stellten am Donnerstag noch vor den Wahldurchgängen sowohl Gniffke als auch Schneider ihre Ideen für den SWR vor. Gniffke etwa sprach davon, dass man Fernsehen „effizienter“ machen müsse. Man vergebe dort Ressourcen, die man woanders besser einsetzen könne. Und auch beim Marktanteil habe man eigentlich höhere Ansprüche, so Gniffke. 2018 kam der SWR im Sendegebiet auf sechs Prozent Marktanteil. Vor allem in der Zeitzone zwischen 18 und 20 Uhr könne man erfolgreicher sein. Gniffke plädierte für ein „Innovationszentrum“ in Baden-Baden, in dem junge Mitarbeiter neue Formate entwickeln sollen. „Wir müssen neue Formate entwickeln und in Innovationen investieren. Das will ich institutionalisieren“, erklärte der „Tagesschau“-Chef.

Vielleicht entwickele man dann auch eine Serie, die mit Netflix mithalten könne. Eventuell scheitere man dabei, er wolle sich aber nicht vorwerfen lassen, es nicht versucht zu haben. Gleichzeitig plädierte er dafür, „mehr Kraft in digitale Plattformen“ zu stecken. Der SWR solle bei der Digitalisierung innerhalb der ARD ein „Pacemaker“ sein, so Gniffke. Gleichzeitig kündigte er vor seiner Wahl an, die Empathie in den Mittelpunkt stellen zu wollen. Man brauche eine „gute Veränderungskultur“ und dürfe den Mitarbeitern nicht immer nur noch mehr neue Aufgaben geben.

https://www.dwdl.de/nachrichten/72442/tagesschauchef_kai_gniffke_zum_swrintendanten_gewaehlt/

Dass Gniffke im zweiten Anlauf die erforderliche Mehrheit des gesamten Gremiums, aber auch der beiden Landes-Rundfunkräte errang war nach dem Ausgang des ersten Wahlgangs überraschend. Denn diesen hatte die Direktorin des Stuttgarter SWR-Landesfunkhauses, Stefanie Schneider, mit 46 Stimmen für sich entschieden, auf Gniffke entfielen 42 Stimmen. In den beiden Teil-Gremien, in denen ein Kandidat jeweils auch die Mehrheit erringen muss, um zum Intendanten gewählt zu sein, lag Stefanie Schneider in Baden-Württemberg und lag Kai Gniffke in Rheinland-Pfalz jeweils so weit vorn, dass mit einem Schwenk nicht zu rechnen war. Den gab es dann aber doch, vielleicht unter dem Eindruck, dass es einen dritten Wahlgang erst bei einem neuen Anlauf im Herbst gegeben hätte. Vor dieser Aussicht scheuten viele Rundfunkräte offenbar zurück. … Der bisherige Leiter der Nachrichtenredaktion ARD-aktuell erhielt von Rundfunk- und Verwaltungsrat 56 von 88 Stimmen. Im Teilgremium des SWR von Baden-Württemberg erhielt er 34 Stimmen, in dem von Rheinland-Pfalz 22 Stimmen. …. Stefanie Schneider freute sich über den starken Abschlussapplaus für sie und erlaubte sich die Bemerkung, dass die Klatschenden sie dann ja auch hätten wählen können. Doch zeige die Wahl, wie Demokratie um Rundfunk funktioniert, und das sei auch gut so. …

Gniffke tritt seinen Posten, für den er auf fünf Jahre gewählt ist, in diesem Sommer an.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/kai-gniffke-ist-neuer-intendant-des-suedwestrundfunk-16202503.html

Der 64-Jährige hatte im Dezember angekündigt, sein Amt im Verlaufe des Jahres vorzeitig zur Verfügung zu stellen. Wann die Staffelübergabe genau erfolgt, ist noch unklar.

https://www.horizont.net/medien/nachrichten/chefredakteur-von-ard-aktuell-kai-gniffke-wird-neuer-swr-intendant-175074