Auslandsberichterstattung: Weshalb die ARD im Krieg so schlecht aufgestellt ist

Auslandsberichterstattung: Weshalb die ARD im Krieg so schlecht aufgestellt ist

Nun war also Krieg – und die ARD offensichtlich überfordert. Ina Ruck verließ das Land nur kurz nach ihrer Ankunft wieder. Und schon drei Tage später war kein einziger Fernseh-Korrespondent der ARD mehr in der Ukraine. Weil die russischen Truppen auf Kiew vorrückten und die Angriffe auf die Hauptstadt zunahmen, hatte der WDR sein Team wegen angeblich zu hoher Risiken abgezogen.  …

Doch erst mal hatte die ARD Lücken zu füllen. In „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ sendete sie zeitweise Reportagen der englischen BBC oder schaltete zu anderen Journalisten im Land ….

Aufmerksamkeit verdienten vielmehr die strukturellen Probleme in der ARD. …

Hört man sich im WDR um, klingen einige Kollegen verärgert. Die Auslandsberichterstattung werde seit Jahren zugunsten der Regionalberichterstattung vernachlässigt, sagen sie. Öffentlich reden möchte darüber niemand. „Das ist ein echtes Minenfeld“, sagt eine ehemalige WDR-Mitarbeiterin. In Hintergrundgesprächen fällt die Kritik dann umso deutlicher aus. Was zeigt, wie notwendig eine breite, öffentlich geführte Debatte darüber wäre, was öffentlich-rechtliche Sender bei ihrer Berichterstattung aus Kriegen leisten sollten – und welche festgefahrenen Strukturen dabei hinderlich sind. (Paid)

https://uebermedien.de/70574/kritik-an-ukraine-berichten-weshalb-die-ard-im-krieg-so-schlecht-aufgestellt-ist/