„Erzählen Sie mehr!“ zu Konstruktiver Kriegsberichterstattung
„Erzählen Sie mehr!“ zu Konstruktiver Kriegsberichterstattung
Auf Basis einer im Dezember 2022 publizierten Studie des Bonn Institute für Journalismus und konstruktiven Dialog werden Potenzial und Grenzen konstruktiver Berichterstattung in Kriegszeiten diskutiert. Wie erleben Mediennutzende die aktuelle Berichterstattung und welche Bedürfnisse haben sie? Welche Erfahrungen schildern erfahrene Kriegsreporter:innen dazu, wie eine realitätsgerechte, aber weniger Angst und Ohnmacht schürende Berichterstattung aussehen kann? Welche Anforderungen stellt dieses andere Arbeiten an die Rahmenbedingungen im Journalismus? Konkrete Beispiele und Handlungsempfehlungen verdeutlichen, dass konstruktive Berichterstattung weit mehr ist als Lösungsjournalismus oder gar „Good News“ und zeigen Wege auf, Menschen auch in psychisch belastenden Lagen gut zu informieren, statt Nachrichtenvermeidung zu fördern.
Es referiert die Psychologin Prof. Dr. Katja Ehrenberg, die das Bonn Institute rund um psychologische Themen sowie mit ihrer Methodenkompetenz aus Wissenschaft und systemischer Organisationsberatung unterstützt. Sie ist Dozentin an der Psychology School der Hochschulen Fresenius, Standort Köln, und hat in über 20 Jahren Forschungstätigkeit zahlreiche Publikationen und Kongressbeiträge rund um Fragestellungen der angewandten Sozial-, Gesundheits- und Kommunikationspsychologie vorgelegt.
https://www.sozphil.uni-leipzig.de/institut-fuer-kommunikations-und-medienwissenschaft/newsdetail/artikel/erzaehlen-sie-mehr-zu-konstruktiver-kriegsberichterstattung-am-25-januar-2022-12-07
In Europa herrscht Krieg. Trotzdem vermeiden immer mehr Menschen den Nachrichtenkonsum. Dabei brauchen unsere Demokratien gerade jetzt eine informierte Öffentlichkeit. Was können Journalistinnen und Journalisten tun, um die Menschen auch in Kriegszeiten zu erreichen?
https://www.bonn-institute.org/publikationen/kriegsberichterstattung
Zur Studie: Die Ausgangsthese ist, dass konstruktive Ansätze im Journalismus das Potenzial besitzen einer unangemessen negativen Weltsicht und Nachrichtenvermeidung entgegenzuwirken. Um diese These zu überprüfen, haben wir qualitative leitfadengestützte Interviews mit Mediennutzenden geführt und sie zu ihren Wünschen an Kriegsberichterstattung befragt. Darüber hinaus haben wir Journalistinnen und Journalisten in qualitativen leitfadengestützten Interviews befragt, inwiefern es in Kriegszeiten möglich ist, konstruktiv zu berichten und welche Rahmenbedingungen dafür nötig sind.
Die Auswertung der Gespräche konnte die Annahme unterstreichen, dass Nachrichtenvermeidung nicht als Ausdruck von Desinteresse verstanden werden darf, sondern vielmehr eine Schutzstrategie gegen psychischen Stress darstellt. Die Wünsche von Mediennutzenden decken sich teilweise mit zentralen Merkmalen konstruktiver Arbeitsweisen: Der Wunsch nach Lösungsorientierung, vielfältigen Perspektiven auf das Geschehen und ausreichend Kontext und Hintergrundinformationen.
https://www.bonn-institute.org/cms-assets/files/bi_studie_kriegsberichterstattung_web_korr_nr.pdf?v=1673619763
Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine Mail an sekrjour[at]uni-leipzig.de. Sie bekommen dann kurz vor der Veranstaltung den Zoom-Link zugeschickt.
