In den letzten fünf Jahren hingen 54 Mitarbeiter in Vorruhestand
rbb: In den letzten fünf Jahren hingen 54 Mitarbeiter in Vorruhestand
Wer aus einem Topjob im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausscheidet, bekommt danach, bis zur Pension, üppiges „Ruhegeld“. Beim RBB gibt es dafür ein weiteres prominentes Beispiel. [….]
Die andere ist das Bereicherungssystem, in das nicht nur Schlesinger verwickelt war, sondern das die Geschäftsführung im RBB generell geprägt zu haben scheint, auch vor Schlesingers Zeiten, die dann noch einmal so richtig draufsattelte. Darauf deutet die finanzielle Rundum-sorglos-Absicherung von Spitzenmitarbeitern hin, die nicht mehr für den Sender arbeiten, aber trotzdem Geld erhalten. […]
Zwei weitere Abgänge mit finanziellem Polster hat das vom RBB produzierte Magazin „Kontraste“ aufgedeckt. Demzufolge ging der frühere Kulturchef des Senders […]2021 vorzeitig in Ruhestand und bezieht nach einer Uralt-Regelung, die aus Zeiten des Senders Freies Berlin (SFB) stammt – der SFB wurde 2003 mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg zum RBB fusioniert –, siebzig Prozent des letzten Bruttos, was in seinem Fall 7800 Euro ausmache. Um in den Genuss dieses Vorruhestands zu kommen, musste sich der Kulturchef allerdings vom außertariflich Hochbezahlten zum Tarifmitarbeiter herunterstufen lassen. […]
Was den Vorruhestand angeht, nennt „Kontraste“ noch zwei weitere Fälle: den ehemaligen Geschäftsführer einer Tochterfirma des RBB, der 2018 mit 57 Jahren ging und nun mit rund 100.000 Euro jährlich ausgestattet ist, und die ehemalige Revisorin des Senders, die mit einem Vorruhestandsgeld von ebenfalls 7800 Euro monatlich unterwegs ist. Insgesamt 54 RBB-Mitarbeiter seien in den letzten fünf Jahren in Vorruhestand gegangen, 29 von ihnen waren jünger als 62 Jahre. Im Jahr 2021 habe der RBB insgesamt 2058 Festangestellte beschäftigt. […]
Neben dem Vorruhestand und Beraterverträgen gibt es im öffentlich-rechtlichen System für Höhergestellte eine dritte Variante, an Geld zu kommen, ohne dafür arbeiten zu müssen: das Ruhegeld. Dabei handelt es sich um Beträge, die man nach dem Ende seines Vertrags und vor der Pensionierung erhält. […] Heute ist sie Professorin für Fernseh-Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Seit ihrem Abgang, so „Kontraste“, „mit damals 53 Jahren bekommt die ehemalige Direktorin Ruhegeld“. Unterlagen zeigten, dass sie zurzeit rund 8200 Euro monatlich erhalte. Insgesamt habe der RBB an sie bislang rund eine halbe Million Euro gezahlt.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/beim-rbb-bekommt-eine-ex-programmdirektorin-ruhegeld-18500037.html
