Mediale Themengewichtung: Migration überbewertet?
Mediale Themengewichtung: Migration überbewertet?
Nach Kritik am Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk im Wahljahr 2017 hat eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung untersucht, ob ARD und ZDF im Wahljahr 2017 „Agenda-Setting“ betrieben haben. Der Vorwurf damals: Mit einer Fixierung auf die Themen Migration und Islamismus habe man die AfD „bundestagsfähig“ gemacht. Auf ein abschließendes Urteil verzichtet die Studie, sieht bei den Polit-Talkshows eine eher ausgeglichene Themenverteilung, bei den TV-Duellen allerdings nicht.
https://www.sueddeutsche.de/medien/studie-themensetzung-ard-zdf-migration-1.4420503
Haben ARD und ZDF den Erfolg der AfD herbeigesendet? Im öffentlich-rechtlichen TV wurde vor der Bundestagswahl viel über Flüchtlinge getalkt. Profitierte die AfD davon? Eine Studie gibt erste Antworten.
Die Studie versagt sich eine einfache Antwort, also den simplen Wirkungszusammenhang zwischen Medienangebot und Wahlverhalten herzustellen: Wer über Migration berichtet, talkt und meint, der befördert automatisch die AfD und die Zustimmung zu ihrer Programmatik. Liesching und Hooffacker schreiben, „dass sich die öffentliche Meinungsbildung im Kontext einer Vielzahl von kommunikativen und interaktiven Einflüssen vollzieht“. Mediale Kommunikation gehört immer dazu, Kommunikation in sozialen Kontexten wirkt ein.
Arbeitspapier: Agenda-Setting bei ARD und ZDF?
Analyse politischer Sendungen vor der Bundestagswahl 2017
