Rechnungshof kritisiert Millionen-Bauprojekt des WDR
Rechnungshof kritisiert Millionen-Bauprojekt des WDR
Rechnungshofprüfer haben das Vorgehen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) bei einem Millionen-Umbau-Projekt bemängelt. Hintergrund der Prüfung ist eine Kostensteigerung der laufenden Sanierung des WDR-Filmhauses in der Kölner Innenstadt von ursprünglich angemeldeten 130 Millionen auf 240 Millionen Euro. Der öffentlich-rechtliche Sender verteidigte seine Planungen.
Der Landesrechnungshof NRW teilte am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, der WDR habe im Vorfeld der Entscheidung zur Sanierung keine ausreichende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchgeführt. Zuerst berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über das vorläufige Prüfergebnis.
Weiter hieß es von den Prüfern: „Außerdem lag dem Verwaltungsrat vor Projektbeginn kein grober Kostenrahmen für die Gesamtbaumaßnahme vor. Der Verwaltungsrat als Aufsichtsorgan hätte dem Projekt auf dieser Basis nicht zustimmen dürfen.“ Und: „Die Entscheidung zur Sanierung des Filmhauses beruhte auf keiner langfristigen Immobilienstrategie für die WDR-Liegenschaften in der Kölner Innenstadt. Insbesondere fehlte eine angemessene Variantenbetrachtung zur Standortfrage.“ […]
Bei dem Ergebnis handelt es sich um eine vorläufige Fassung. Der WDR kann eine Stellungnahme abgeben, die eingearbeitet wird. Der endgültige Bericht geht unter anderem an Landtag und Landesregierung
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rechnungshof-kritisiert-filmhaus-umbau-des-wdr-19108166.html
Die Kontrolleure werfen der größten ARD-Anstalt u.a. vor, Fehler bei Projektbeginn hätten zu deutlichen Mehrkosten geführt. Dem widerspricht der WDR: Nach Planungsende im Dezember 2017 habe es „keine Um- oder Neuplanungen mehr“ gegeben. Dass die Kosten für Material und Handwerksleistungen seitdem um 44 % gestiegen sind, habe „kein Bauherr in Deutschland absehen und beeinflussen“ können. Zudem vermisst der Landesrechnungshof eine „langfristige Immobilienstrategie für die WDR-Liegenschaften in der Kölner Innenstadt“ sowie eine „angemessene Variantenbetrachtung zur Standortfrage“. Der WDR kontert, die Entscheidung, zu sanieren, statt am Kölner Stadtrand neu zu bauen, sei bereits 2007 gefallen. „Eine grundsätzliche Verlagerung nach Bocklemünd hätte zu einem Gesamtaufwand geführt, der weder finanzierbar noch vertretbar gewesen wäre“, teilt der Sender mit.
WDR widerspricht Einschätzung des Landesrechnungshofs zur Filmhaus-Sanierung.
Sanierung des WDR-Filmhauses wirtschaftlichste Lösung – Stellungnahme des WDR zur LRH-Prüfung
Der Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen (LRH) hat zwischen Februar 2022 und März 2023 eine Prüfung der laufenden Sanierung des WDR-Filmhauses durchgeführt. Die Ergebnisse der Prüfung wurden dem WDR in einem Abschlussgespräch mitgeteilt, die so genannte Prüfungsmitteilung mit den Ergebnissen liegt seit dem 7. August vor. Der WDR hat nun die Möglichkeit, bis Herbst abschließend dazu Stellung zu beziehen. Denn auch wenn der Bericht des LRH einige für den WDR konstruktive Ausführungen enthält, kommt der WDR in wesentlichen Punkten zu anderen Einschätzungen.
Der WDR begrüßt die Prüfung des Filmhaus-Projekts durch den Landesrechnungshof. Der Bericht des LRH enthält konstruktive Ausführungen, die der WDR in Teilen bereits in der Vergangenheit aufgegriffen hatte. So verfügt der WDR beispielsweise seit 2015 über eine Immobilienstrategie, die laufend fortgeschrieben wird. Auch Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen werden vor Projektbeginn umfassend durchgeführt.
In wesentlichen Punkten kommt der WDR zu anderen Einschätzungen als der LRH. Vor allem die vom LRH behauptete Kausalität zwischen der ursprünglichen Standort-Planung im Jahre 2007 und späteren Budgetanpassungen 2017 ist für den WDR nicht nachvollziehbar.
https://www.presseportal.de/pm/7899/5581924
WDR-Filmhaus: FAQ zum LRH-Bericht
https://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/unternehmen/filmhaus-lrh-bericht-fragen-und-antworten-100.html
Hinweis: Die Positionen des LRH stellt der WDR im FAQ nicht dar.
