Kostenverschleierung beim gestoppten RBB-Neubau: Wer hat’s gewusst?

Kostenverschleierung beim gestoppten RBB-Neubau: Wer hat’s gewusst?

War RBB-Chefredakteur Biesinger an der Vertuschung von Kosten beim Digitalen Medienhaus beteiligt? Der RBB dementiert. Doch offenbar hatte man auch im Sender immer wieder Fragen. […] Biesinger weist im BI den Vorwurf, er habe Kosten verschleiert, als „falsch“ und „rufschädigend“ zurück, auf SZ-Anfrage äußerte er sich nicht weiter. Der RBB weist die Vorwürfe gegen Biesinger ebenfalls zurück: Der sei weder für die Beschlüsse der damaligen Geschäftsführung noch für die Art, wie diese die Gremien unterrichtete, verantwortlich gewesen. Aus dem Lutz-Abel-Bericht ergebe sich nicht, „dass Herr Biesinger an der Verschleierung von Baukosten gegenüber dem Verwaltungsrat selbst mitgewirkt hat“. Gleichzeitig spiegeln die Details in diesem Fall erschütternd genau wider, wie schwer die konkreten Verwicklungen im RBB-Skandal immer noch zu greifen sind. […]

Trotzdem – und hier wird es in Sachen Verantwortlichkeit endgültig entwirrungsbedürftig – war Biesinger auch ohne Posten am Bauprojekt „an verantwortlicher Stelle“ beteiligt, wie der RBB selber auf Anfrage mitteilt. Er führte gemeinsam mit der Leiterin der Intendanz den Vorsitz im erwähnten Lenkungsausschuss zum Bau. Dabei habe er sich um die redaktionellen Fragen bei der Planung gekümmert, die Leiterin der Intendanz um die Bau- und Finanzfragen, so der RBB. Zur umstrittenen Beschlussvorlage teilt der Sender mit: David Biesinger habe „Kenntnis von einem Entwurf der Vorlage“ gehabt, „er hat sie weder erstellt noch finalisiert“.

https://www.sueddeutsche.de/medien/rbb-david-biesinger-digitales-medienhaus-1.6137019