Regie- und Drehbuchverband fordern eine Reform für besseres Fernsehen im ÖRR
Manifest für Rundfunkreform: Aufgepasst, ARD und ZDF
Regie- und Drehbuchverband greifen die Öffentlich-Rechtlichen scharf an und fordern eine Reform für besseres Fernsehen. In einem gemeinsamen Manifest, das im Rahmen der „Televisionale“ am Freitag in Baden-Baden vorgestellt werden soll und das der SZ exklusiv vorliegt, fordern sie tiefgreifende Reformen bei ARD und ZDF. […]
„Obwohl die Zeichen auf Sturm stehen, bewegt sich in den Sendern wenig.“ […] Regie- und Drehbuchverband sprechen von einem „Wagenburg-Verhalten der Verantwortlichen“, mit dem sie ihre eigene Existenz massiv gefährden würden. Weil die Künstlerinnen und Künstler fiktionale Formate als „eine tragende Säule der Akzeptanz des ÖRR“ betrachten, haben sie in einem Thinktank einen Katalog an Reformvorschlägen für ihr Manifest erarbeitet.
Es gehe ihnen, im Gegensatz zu manch anderen, niemals um die Abschaffung, sondern um die Neugestaltung eines dinosaurierhaft anmutenden Systems, das man ohne Regisseurinnen und Drehbuchautoren schlecht am Leben erhalten könne. Gleichwohl kritisieren sie scharf, dass man die Kulturschaffenden bislang kaum um ihre Meinung gefragt habe. […]
„In keiner anderen Branche bezahlt man hoch qualifizierte Fachkräfte, um ihnen gleichzeitig jegliche Kompetenz abzusprechen und sie zu Erfüllungsgehilfen zu degradieren.“ […]
Die Forderungen in dem Manifest sind keine Revolution, sie werden teils schon seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten diskutiert. Aber in der Tat würde man bei manchen Punkten gern mal die Verantwortlichen fragen, warum sie eigentlich nie umgesetzt wurden.
Ein Beispiel ist die Abhängigkeit der Redaktionen von „Marketing-Richtlinien“, von denen sie „gegängelt“ würden. […]
Bei anderen Reformwünschen muss man sich leider fast schon wundern, dass ARD und ZDF bislang überhaupt fertige Filme hinbekommen. Denn anscheinend sehen sich die Regisseure und Autoren tatsächlich gezwungen, um „klare Vorgaben“ für die Abwicklung von Projekten zu bitten. Sie möchten gern „verbindliche Termine für Projekteinreichungen und -entscheidungen“. Ja, wie um Gottes willen lief es denn bislang ab, möchte man da fragen.
https://www.sueddeutsche.de/medien/ard-zdf-manifest-regie-drehbuch-verband-1.6309966
Die Kreativen beklagen u.a., dass im „Zukunftsrat“ für ARD und ZDF keine Regisseure und Autorinnen vertreten sind und die Sender Kulturschaffende „in enge, bevormundende Korsette“ stecken würden. Die Verbände fordern die Schaffung eines quotenfreien Abends, der „keinerlei Quotendruck unterliegt“ und dem „anspruchsvollen Fernsehen“ gehöre. Daneben wünschen sich die Kreativen eigentlich selbstverständlich geglaubte Dinge wie „klare Vorgaben“ für die Abwicklung von Projekten sowie „verbindliche Termine für Projekteinreichungen und -entscheidungen“.
https://www.turi2.de/aktuell/kreativ-verbaende-fordern-mehr-mitsprache-bei-reform-von-ard-und-zdf/
