Spiegeln sich die politischen Ansichten der Zuschauer im Programm des MDR wider?
Kommentar: Der MDR macht wohl bürokratische Fehler mit einer Minister-Personalie, aber das wirkliche Problem liegt ja ganz woanders.
Deutsche Behörden sind doch so stolz darauf, immer alles richtigzumachen. Vorschriften werden ohne Ansehen der Person eingehalten. Denn dafür gibt es ja Vorschriften. Sie sind überhaupt der eigentliche Sinn der Existenz von Behörden, könnte man böswillig sagen.
Daher verwundert es schon ein bisschen, dass weder die sächsische Staatskanzlei als Rechtsaufsicht noch der MDR selbst, den wir der Einfachheit halber mal als Behörde betrachten, übersehen haben, dass die Zusammensetzung des MDR-Rundfunkrates womöglich gesetzeswidrig ist. Sie könnte gegen den MDR-Staatsvertrag verstoßen. Denn durch die Beförderung des Abgeordneten Dirk Panter zum Minister sitzen plötzlich zwei Vertreter der sächsischen Staatsregierung im Rundfunkrat. Panter ist jetzt nicht mehr einfacher Abgeordneter, sondern Mitglied der Landesregierung. Die darf aber nur einen Vertreter delegieren. Das tat sie vorher bereits mit der Personalie Regina Kraushaar, Infrastrukturministerin. Doppelt gemoppelt geht eigentlich nicht. Kein Wunder, dass es gleich wieder laute Rufe gibt, von wegen Staatsferne des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks.
