SRF: Nationalität von Tätern wird zum Standard

Die Änderung der publizistischen Leitlinien erfolgt nach einer Rüge der Ombudsstelle SRG Deutschschweiz. Ein Zusammenhang mit der Abstimmung zur Halbierungsinitiative vom 8. März bestehe nicht, betont SRF.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) nennt nach Angaben von CH Media künftig konsequent die Nationalität von Täterinnen und Tätern sowie von Opfern. SRF passte seine publizistischen Leitlinien entsprechend an, wie CH Media mit Verweis auf eine interne Mitteilung an SRF-Mitarbeitende schrieb. Der Schritt sei eine «Anpassung an journalistische Realitäten», habe die Chefredaktion darin geschrieben. Ein Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung zur Halbierungsinitiative bestehe nicht, teilte SRF dem Medienhaus mit. Bisher habe SRF bei der Nennung der Nationalität abgewägt, ob sie für das Verständnis eines Vorfalls wichtig ist.

Hintergrund der Anpassung ist eine Entscheidung der Ombudsstelle SRG Deutschschweiz im Jahr 2024. Diese hatte SRF gerügt, weil der Sender bei der Berichterstattung über die Geiselnahme im Zug bei Yverdon im Februar 2024 in ersten Meldungen die Nationalität des Täters – ein 32-jähriger iranischer Asylbewerber – nicht genannt hatte. Die Ombudsstelle kam zum Schluss, dass diese Information zum besseren Verständnis der Tat «offenkundig von Bedeutung» gewesen sei.

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