Synchronsprecher gegen Netflix

Seit Anfang des Jahres verweigern deutsche Synchronsprecher die Zusammenarbeit mit der Film- und Serienplattform Netflix. Denn laut einer Vertragsklausel der Videoplattform stimmen die Sprecher durch ihre Stimmaufnahmen der Nutzung dieser Tonspuren für das Training von KI-Systemen zu, ohne zusätzliche Vergütung oder Mitsprache der Sprecher. Ausgelöst wurde der Konflikt durch öffentliche Kritik der Synchronsprecherin Vivien Faber. Nach Angaben des Verbands Deutscher Sprecher sollen Sprecher der Nutzung ihrer Stimmen als KI-Trainingsmaterial zustimmen. Damit wäre es technisch möglich, ihre Stimmen künstlich zu reproduzieren und unabhängig von den Originalsprechern einzusetzen. Es können dadurch sogenannte „Deepfakes“ entstehen. Der Verband lehnt diese Praxis ab und fordert, dass die Synchronsprecher diese Regelung ablehnen können, ohne negative Konsequenzen zu erleiden. Die Nutzung von Stimmen für KI dürfe kein neuer Branchenstandard werden, erklärt der Verband. Als mögliche Folge des Konflikts könnten einzelne Netflix-Eigenproduktionen künftig ohne deutsche Synchronfassung erscheinen. Die Gespräche zwischen Netflix und den Synchronsprechern werden noch fortgeführt.

(golem.de, berliner-zeitung.de)