Syrer nicht erst im Mittelmeer retten

„Syrer nicht erst im Mittelmeer retten“

Nach Rückkehr von einer Syrien-Reise fordert der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke ein Ende des Embargos und Solidarität mit den Menschen, die geblieben sind. „Die Politik sollte sich viel mehr damit befassen, was können wir Gutes tun für die Menschen, die dort geblieben sind, die den Wiederaufbau wollen, die bereit sind, alles zu geben für den Wiederaufbau, weil sie ihr Land lieben“, sagt Hanke in einem sehenswerten Interview. Handelten die politisch Verantwortlichen nicht, würden sich viele junge Menschen in Syrien überlegen, das Land zu verlassen. „Und dann steht der Westen wieder vor der Frage, was machen wir mit diesen jungen Leuten, die zu uns kommen.“
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Allein, das Gespräch ist in Interviewführung wie Inhalt ein Kontrapunkt zur jahrelangen einseitigen Parteinahme und Stimmungsmache in den Mainstream-Medien, an eine Ausstrahlung in ARD oder ZDF oder dem Kommerz-TV ist nicht zu denken. Um so mehr sind alle Leserinnen und Leser gefragt, nach Kräften für dessen Verbreitung zu sorgen – und bei den Politikern in ihren Wahlkreisen nachzufragen, warum sie mit der Aufrechterhaltung der Sanktionen das Leid der Menschen in Syrien verlängern und eine neue Fluchtbewegung nach Europa provozieren. Auch Linke müssen umdenken: Syrer sollten uns nicht erst kümmern, wenn sie aus seeuntüchtigen Booten im Mittelmeer gerettet werden müssen. Wiederaufbauhilfe für Syrien würde so manche Seenotrettung sparen.

Syrer nicht erst im Mittelmeer retten