Übernahmen von Warner Bros.: Der Kampf um die Studios ist entbrannt

Netflix kauft Warner Bros.? Die Nachricht galt bis Montag. Dann bog Paramount um die Ecke und bot eine höhere Summe. US-Präsident Trump und seine Kumpels, die Ellisons, wollen die totale Kontrolle, um jeden Preis. […]

Mit dem Angebot tritt der Konzern der Ellisons an die Aktionäre heran. Zu den Finanziers des angepeilten Monsterdeals gehört auch Jared Kushner, der Schwiegersohn von Donald Trump, mit seiner Investmentfirma Affinity Partners. Inhaltlich bewegt sich das Bieterkonsortium, dessen Angebot das Management von Warner zuvor abgelehnt hatte, ebenfalls. Die an dem Deal beteiligten Staatsfonds von Abu Dhabi, Katar und Saudi-Arabien sollen keinen Sitz im Verwaltungsrat erhalten, die chinesische Firma Tencent ist nicht mehr mit von der Partie.

Unter den Filmschaffenden in Hollywood hatte sich zuvor angesichts der Übernahme von Warner durch Netflix Frust breitgemacht. […]

Anders als Netflix, das mit seinem 72-Milliarden-Dollar-Deal (82,7 Milliarden, inklusive Schulden) nur die Unterhaltungssegmente von Warner Bros. erwerben will (darunter sind neben dem Filmstudio und Franchises wie „Harry Potter“, „Lord of the Rings“ und „Matrix“ auch der Sender HBO), hatte Paramount von Beginn an auf den Gesamtkonzern geboten, also auch auf die Kabelsender unter dem Warner-Mantel, darunter der Nachrichtensender CNN. Bleibt es bei dem Deal mit Netflix, wird Warner sein Kabelgeschäft in einen neuen Konzern namens Discovery Global auslagern. […]

Die vom Warner-Deal zunächst überraschten Ellisons könnten, sollte es bei Netflix bleiben, beim US-Justiz­ministerium Einspruch einlegen. Der Chefanwalt von Paramount ist Makan Delrahim, der ehemalige Direktor der Kartellrechtsbehörde unter der ersten Trump-Regierung. Medienberichten zufolge hatten sich die Ellisons bereits beschwert – un­ter anderem bei Trump persönlich –, dass der Netflix-Warner-Deal aus kartellrechtlicher Sicht bedenklich sei.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/was-die-schlacht-um-warner-bros-bedeutet-110799751.html

Caspar Busse zur Warner-Übernahme durch Netflix – und der Rolle von CNN dabei

https://www.deutschlandfunk.de/caspar-busse-zur-warner-uebernahme-durch-netflix-und-der-rolle-von-cnn-dabei-100.html

Bieterstreit mit Netflix: Paramount bietet 108 Milliarden Dollar für Warner Bros

Im Ringen um Warner Bros Discovery erhöht Paramount den Druck und bietet deutlich mehr als Netflix. Der milliardenschwere Übernahmekampf spitzt sich weiter zu.

Der Konkurrent Paramount Skydance hat am Montag ein feindliches Übernahmeangebot in Höhe von 108,4 Milliarden US-Dollar für Warner Bros. Discovery (WBD) vorgelegt. Damit will Paramount das bereits bestehende Abkommen zwischen WBD und Netflix über 72 Milliarden Dollar aushebeln, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten.

Der Vorschlag sieht den Berichten zufolge einen Kauf aller Unternehmensbereiche von Warner vor – Film- und Serienstudios, Streaming-Geschäfte sowie Kabel- und Fernsehsender. Paramount bietet den Aktionären 30 US-Dollar pro Aktie, deutlich mehr als die 27,75 US-Dollar, die Netflix geboten hat.

Mit dem Schritt will Paramount direkt an die Aktionäre appellieren und argumentiert, sein Angebot sei finanziell und strategisch überlegen.

https://www.berliner-zeitung.de/news/netflix-paramount-bietet-108-milliarden-dollar-fuer-warner-bros-li.10009261

„Sehr großer Marktanteil könnte ein Problem sein“: Trump stellt geplante Warner-Übernahme durch Netflix infrage

Für fast 83 Milliarden Dollar will Netflix den Großteil des Hollywood-Riesen Warner Bros schlucken. US-Präsident Trump sieht das kritisch und will persönlich bei der Wettbewerbsprüfung beteiligt sein. […]

Experten erwarten, dass die Kartellbehörden die geplante Übernahme sehr genau prüfen werden. Beide Unternehmen zeigten sich allerdings überzeugt, dass die Transaktion einer Prüfung durch Wettbewerbshüter standhalten wird.

Zugleich planen sie bis zu eineinhalb Jahre für den Abschluss der Übernahme ein und Netflix verpflichtete sich, Warner eine Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden Dollar zu zahlen, falls sie an den Kartellwächtern scheitern sollte.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/sehr-grosser-marktanteil-konnte-ein-problem-sein-trump-stellt-geplante-warner-ubernahme-durch-netflix-infrage-15028808.html

Paramount macht fast alles richtig

WBD ist für Paramount Skydance eine einmalige Chance. Aus mehrerlei Hinsicht. Es gibt weit mehr als einen guten Grund, warum CEO David Ellison so hartnäckig um den Traditionskonzern kämpft – und letztlich bereit ist etwas mehr als 100 Milliarden US-Dollar für ihn zu bezahlen. Naheliegend: Natürlich geht es um die starken Filmrechte und Brands, an denen WBD die Rechte hält. Natürlich geht es um die Freizeitparks, die Marken HBO und HBO Max – und allein im Falle von HBO 130 Millionen zahlende Kundinnen und Kunden weltweit (Tendenz steigend). Natürlich ist Paramount mit Blick auf die eigene Vergangenheit eigentlich der logischere Bieter für WBD.

Die gute Nachricht für Paramount ist: Der Streamer wird, egal wie dieses Rennen um WBD ausgeht, ein Gewinner sein. Das, was die Ellisons in den vergangenen vier bis acht Wochen mit dem Streamer, der vor nicht allzu langer Zeit noch CBS All Access hieß und nur in den USA zu bekommen war, gemacht haben, gleicht einer gigantischen Marketingaktion.

So hat Paramount sich die Dienste der Duffer Brothers gesichert – die „Stranger Things“-Schöpfer arbeiten ab kommendem Frühjahr vier Jahre lang exklusiv für Paramount. In den USA wird Paramount+ zudem die neue Heimat der Kampfsportserie UFC (insgesamt hat der Deal ein Milliarden-Volumen). In zahlreichen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, hat Paramount+ zudem ab 2027 vier Spielzeiten lang großflächig Champions-League-Rechte. […]

Das medienwirksame Buhlen um WBD und der Fakt, dass nicht wenige Paramount vielleicht wirklich als bessere Alternative ansehen, tut sein Übriges um das Image von Paramount aufzupolieren. […]

In den USA ist derzeit kein anderer Streamer neben Netflix medial so präsent wie Paramount+. Den Ellisons dürfte genau das gefallen. Sie haben in den vergangenen Wochen vieles richtig gemacht. Selbst wenn die Übernahme von WBD letztlich doch nicht klappen sollte. Dann bliebe nämlich die Erzählung, dass Paramount letztlich doch der bessere Partner für alle gewesen wäre…

https://www.digitalfernsehen.de/kommentar/paramount-macht-fast-alles-richtig-1166409/