Wie Investigativjournalist Daniel Drepper seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt
Wie Investigativjournalist Daniel Drepper seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt
Daniel Drepper, Chef der Recherchekooperation von NDR, WDR und SZ, wird im Sommer einen Vortrag bei einer Unternehmensberatung halten. Eine wichtige Frage von „kress pro“ dazu will der Investigativjournalist partout nicht beantworten. […]
Wir haben Drepper gefragt, warum er den Termin wahrnimmt und ob er ein Honorar bekommt. Der Journalist antwortete ausweichend: „Ich bin eingeladen worden, Anfang Juli vor einer Gruppe von Fach- und Wissenschaftsverlegern über ein Thema meiner Wahl zu sprechen. Die Einladung habe ich gerne angenommen und werde über die gesellschaftliche Kraft des investigativen Journalismus sprechen.“ […]
Es ist auffällig, dass sich gerade Recherchejournalisten nur sehr ungern mit den Maßstäben messen lassen, die sie bei anderen anlegen. Wir haben den NDR (und den WDR) übrigens gefragt, ob sich Drepper den Vortrag als Nebentätigkeit genehmigen ließ. Der NDR antwortete, Drepper sei freier Mitarbeiter und da gehörten „verschiedene Auftraggeber selbstverständlich zur freien Mitarbeit“. Es handele sich nicht um Nebentätigkeiten. Es gelte vielmehr „das Grundrecht der Berufsfreiheit“.
Andererseits gelte aber auch für freie Mitarbeiter der Verhaltenskodex der Anstalt: „Tätigkeiten außerhalb des NDR sind für den Sender dann vereinbar, wenn seine Interessen dadurch nicht beeinträchtigt sind.“ Daher seien freie Mitarbeitende angehalten, den NDR „rechtzeitig und umfassend“ über Tätigkeiten außerhalb des NDR zu informieren: „Dies ist im vorliegenden Fall geschehen.“
Mit anderen Worten: In der Welt des NDR ist es völlig normal, dass der Investigativchef des Hauses freier Mitarbeiter ist und verschiedene Auftraggeber hat. Was kommt als Nächstes?
